SPD-Wohnungsplan: Mindestens 10 Prozent der Mietwohnungen sollen Sozialwohnungen sein
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 22:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer schleswig-holsteinische SPD-Spitzenkandidat Ulf Kämpfer hat in Kiel den Entwurf des Regierungsprogramms seiner Partei präsentiert. Das 164 Seiten umfassende Papier mit dem Titel „Schleswig-Holstein-Plan“ legt die inhaltlichen Schwerpunkte auf die Bereiche bezahlbares Wohnen sowie Bildung. Erklärtes Ziel der Sozialdemokraten ist eine Rückkehr in die Regierungsverantwortung bei der Landtagswahl am 18.04.2027.
Vorgesehene Entlastungen auf dem Wohnungsmarkt
Im Zentrum der wohnungspolitischen Vorhaben stehen Maßnahmen gegen die angespannte Lage auf dem Mietmarkt. Laut den Parteivertretern müssen die Menschen im Land durchschnittlich 30% ihres Einkommens für die Kaltmiete aufwenden.
Dieser Wert liege höher als in jedem anderen deutschen Flächenland. Um dieser Entwicklung zu begegnen, plant die SPD unter anderem eine feste Quote: Mindestens 10% aller Mietwohnungen sollen künftig einer Sozialbindung unterliegen.
Darüber hinaus sieht der Programmentwurf die Wiedereinführung der Mietpreisbremse vor. Entlastungen soll es auch für private Bauherren und Käufer geben. Geplant ist der vollständige Wegfall der Grunderwerbsteuer beim erstmaligen Kauf einer selbstgenutzten Immobilie. Um Planungsverfahren und Bauvorhaben zusätzlich zu beschleunigen, strebt Kämpfer zudem an, behördliche Baugenehmigungen möglichst innerhalb einer Frist von acht Wochen zu erteilen.
Investitionen in Schulen und Reform der Schuldenbremse
Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Bildungspolitik. Vorgesehen ist eine sogenannte Bildungsmilliarde, die zusätzliche Mittel von jährlich 200 Mio. Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren zwischen 2027 und 2032 bereitstellen soll. Die Parteiführung begründet diesen Schritt mit spürbaren Defiziten im Bildungssystem: Der Anteil der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, sei innerhalb eines Jahrzehnts von 7% auf 11% gestiegen.
Die SPD in Schleswig-Holstein will mindestens 10 Prozent aller Mietwohnungen an eine Sozialbindung knüpfen und die Mietpreisbremse wieder einführen — beides steht bislang nur im Programmentwurf, nicht im geltenden Recht. Wer als Vermieter oder Investor in Schleswig-Holstein Bestand hält, sollte die Vorhaben frühzeitig einordnen. Der kostenlose Leitfaden fasst die geplanten Maßnahmen zusammen und zeigt, welche Punkte Sie heute schon prüfen können. Kostenlosen Leitfaden zur Sozialquote anfordern
Die Gegenfinanzierung der Vorhaben soll nach dem Willen der Partei über neue Kredite, angestrebtes Wirtschaftswachstum und eine grundlegende Reform der Schuldenbremse erfolgen. Kämpfer verwies in diesem Zusammenhang auf wirtschaftliche Herausforderungen, darunter eine monatlich dreistellige Zahl an verlorenen Industriearbeitsplätzen, sowie auf das Risiko, die Klimaziele bis zum Jahr 2030 zu verfehlen.
Ausgangslage vor der Landtagswahl
Die SPD tritt im Wahlkampf unter dem Slogan „Einfach, bezahlbar, gerecht“ an. Angeführt wird die Parteispitze neben dem Landesvorsitzenden Ulf Kämpfer von den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Maybrit Venzke und Christina Schubert. Die schleswig-holsteinische SPD befindet sich seit mittlerweile zwölf Jahren in der parlamentarischen Opposition; bei der vorangegangenen Landtagswahl im Jahr 2022 hatte die Partei ein Ergebnis von 16% erzielt.
Vermieter in Schleswig-Holstein tragen bereits eine hohe Mietbelastung ihrer Mieter — im Schnitt 30 Prozent des Einkommens für die Kaltmiete, mehr als in jedem anderen Flächenland. Kommen Sozialbindung und Mietpreisbremse wie im SPD-Entwurf vorgesehen, verschiebt sich die Renditerechnung zusätzlich. Der Leitfaden zeigt, welche Stellschrauben Eigentümer jetzt kennen sollten — von der geplanten Grunderwerbsteuer-Entlastung bis zur möglichen 8-Wochen-Frist bei Baugenehmigungen. Leitfaden für Vermieter jetzt sichern
Für eine künftige Regierungsbildung strebt die SPD eine Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen sowie dem SSW an. Die offizielle Beschlussfassung über das vorgelegte Wahlprogramm ist für einen Landesparteitag am 05.12. in Neumünster angesetzt.
