Sozialpartnerdialog ab 8. Oktober: aba fordert Roadmap für Betriebsrenten
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deAnlässlich der Jubiläumskonferenz zum 25-jährigen Bestehen der MetallRente hat die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba), Beate Petry, eine deutliche Beschleunigung der politischen Reformprozesse im Bereich der Altersvorsorge angemahnt.
Im Zentrum ihrer Forderungen steht die Erstellung einer verbindlichen Roadmap, um die Verbreitung von Betriebsrenten in Deutschland nachhaltig zu steigern. Dieser Vorstoß erfolgt unmittelbar vor dem für den 8. Oktober terminierten Beginn des neuen Sozialpartnerdialogs.
Strategische Forderungen für den anstehenden Dialog
Die aba-Vorsitzende nutzte die MetallRente Dialogkonferenz, um die Erwartungen der Fachwelt an die Bundespolitik und die Tarifparteien zu formulieren. Angesichts der komplexen Herausforderungen in der Rentenpolitik sei eine strukturierte Planung unumgänglich.
Demnach müsse der am 8. Oktober startende Dialog dazu genutzt werden, konkrete Handlungsschritte festzulegen, die über bloße Absichtserklärungen hinausgehen. Eine solche Roadmap solle sicherstellen, dass die betriebliche Altersvorsorge (bAV) als zweite Säule des Rentensystems gestärkt wird.
Ein wesentlicher Aspekt in der Argumentation des Fachverbandes betrifft die regulatorischen Rahmenbedingungen für Garantien. Die aba fordert hier eine Ausweitung der Spielräume. Nach Einschätzung des Verbandes sind flexiblere Ansätze notwendig, die bis hin zu einem vollständigen Verzicht auf starre Garantiezusagen reichen können.
Hintergrund dieser Forderung ist das Ziel, in der Kapitalanlage eine höhere Renditeorientierung zu ermöglichen, was in der aktuellen Marktphase ohne eine Abkehr von strengen Bruttogarantien kaum realisierbar scheint.
Erleichterungen bei Sozialpartnermodellen und Förderung
Der Sozialpartnerdialog startet am 8. Oktober — und die aba fordert eine verbindliche Roadmap für mehr Betriebsrenten, von Garantieflexibilisierung bis Geringverdiener-Förderung. Wer jetzt die Weichen im eigenen Haus stellt, ist vorbereitet, bevor die Tarifparteien verhandeln. Jetzt kostenlosen bAV-Report anfordern
Neben der Garantiedebatte steht die praktische Zugänglichkeit von Vorsorgemodellen im Fokus. Die aba dringt darauf, den Zugang zu sogenannten Sozialpartnermodellen massiv zu erleichtern.
Diese Modelle, die auf tarifvertraglichen Vereinbarungen basieren, gelten als wichtiger Baustein für eine effiziente Altersvorsorge, leiden jedoch nach Ansicht von Branchenexperten noch unter zu hohen administrativen oder rechtlichen Hürden. Eine Vereinfachung dieser Strukturen wird als notwendiger Schritt angesehen, um die Marktdurchdringung zu erhöhen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsposition liegt auf der sozialen Ausgewogenheit des Vorsorgesystems. Beate Petry betonte die Notwendigkeit einer verbesserten Förderung für Geringverdiener. Damit die betriebliche Altersvorsorge ihre Schutzfunktion voll entfalten kann, müssten gezielte Anreize und Unterstützungsmechanismen geschaffen werden, die speziell auf Beschäftigte in unteren Einkommensgruppen zugeschnitten sind. Nur so könne die bAV einen wirksamen Beitrag zur Vermeidung von Altersarmut leisten.
25 Jahre MetallRente als Rahmen für den Fachdialog
Die Forderungen wurden in einem besonderen feierlichen Rahmen präsentiert: Die MetallRente Dialogkonferenz beging das 25-jährige Jubiläum des Versorgungswerks. Seit ihrer Gründung hat sich die MetallRente zu einer zentralen Institution in der deutschen Vorsorgelandschaft entwickelt.
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Das Jubiläum diente den Teilnehmern nicht nur als Rückblick auf die vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte, sondern vor allem als Plattform für die inhaltliche Positionierung vor der nächsten Phase der Rentenpolitik.
Mit dem Start des Sozialpartnerdialogs am 8. Oktober wird erwartet, dass die von der aba formulierten Punkte – von der Garantieflexibilisierung bis zur Geringverdienerförderung – Gegenstand der Beratungen zwischen Politik, Arbeitgebern und Gewerkschaften werden. Die Branche blickt nun auf diesen Termin, um zu sehen, inwieweit die Forderungen nach einer klaren Roadmap in die politische Agenda einfließen.
