Sondervermögen: Nur 14 Milliarden Euro von 500 Milliarden flossen 2025
10.06.2026 - 14:20:14 | boerse-global.de
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Umweltminister Carsten Schneider haben heute den neuen Praxisbeirat Sustainable Finance in Berlin begrüßt. Das Gremium aus 20 Experten soll die Regierung bei der Umsetzung von Regulierungen beraten. Ziel: Privates Kapital für die Transformation der Wirtschaft mobilisieren.
Doch während der neue Beirat startet, zeigt ein anderer Bericht: Mit dem großen Geld hapert es gewaltig.
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500-Milliarden-Topf: Nur 14 Milliarden flossen 2025
Der Investitionsbeirat legte gestern seinen ersten Bericht zum Sondervermögen vor. Die Kritik fällt deutlich aus: Zu wenig Geld erreicht die Realwirtschaft. 2025 flossen 14 Milliarden Euro ab – das waren nur 74 Prozent der geplanten Mittel. Die Regierung hatte mit 37,2 Milliarden Euro gerechnet.
Auch 2026 läuft es schleppend. Bis April flossen 11,2 Milliarden Euro, rund 28 Prozent der bereitgestellten Summe. Besonders krass: Die Bundesländer gaben bisher nur ein Prozent ihrer zugedachten Mittel aus.
Forschung hinkt hinterher
Der Beirat fordert eine klare Priorisierung. Gerade mal 2,7 Prozent der Mittel gingen in Forschung und Entwicklung. Stattdessen floss ein Großteil in Krankenhäuser und Sport. Bildung, Digitalisierung und Bau blieben auf der Strecke.
Die Lösung: Klare Kriterien und eine Projektdatenbank für mehr Transparenz. Klingbeil räumt ein, dass das Tempo steigen muss. Der Bund prüft ein Bonus-Malus-System, um Anreize für schnelleren Mittelabruf zu schaffen.
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Kommunen in der Finanzkrise
Während die Bundesmittel tröpfeln, geht es den Städten und Gemeinden richtig schlecht. Der Landkreistag bezifferte das jährliche Defizit auf rund 30 Milliarden Euro. Für 2025 lag das kommunale Finanzierungsdefizit bei 31,9 Milliarden Euro.
Die bestehenden Entlastungsgesetze? Reichen nicht. Experten des IMK schätzen den tatsächlichen Investitionsbedarf auf 600 Milliarden Euro über zehn Jahre. Und kritisieren: Das Sondervermögen ersetzt teilweise reguläre Haushaltsmittel – Länder und Kommunen gehen leer aus.
Biotech-Branche: Versprochene Milliarden fehlen
Auch die Biotechnologie-Branche drängt. Der Verband BIO Deutschland kritisierte das Tempo der WIN-Initiative. Von 25 Milliarden Euro sind 12 Milliarden zugesagt, aber erst 2,7 Milliarden tatsächlich geflossen.
Umweltminister Schneider betont derweil die wirtschaftliche Bedeutung des Klimaschutzes. Bei den Klimaverhandlungen in Bonn geht es um Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen – als Schutz vor Inflation und Instabilität. Das Sondervermögen sieht für Klimaschutz 100 Milliarden Euro vor, 300 Milliarden gehen an den Bund, 100 Milliarden an Länder und Kommunen.
