Solarausbau: Netzbetreiber fordern Atempause wegen Stromüberschüssen
08.06.2026 - 06:09:52 | boerse-global.de
Die kommenden fünf bis sechs Jahre müsse der Solarausbau gebremst werden, so der Manager. Grund sind massive Stromüberschüsse an sonnigen Tagen.
Allein am 1. Mai verursachten negative Strompreise Kosten von rund 50 Millionen Euro. Die Netze kommen mit der Flut an Solarstrom schlicht nicht hinterher. Während die Branche über Lösungen diskutiert, stehen Betreiber vor neuen wirtschaftlichen Unsicherheiten.
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So viel zahlen Netzbetreiber aktuell
Für den Zeitraum Februar bis Juli 2026 gelten feste EEG-Vergütungssätze. Bei Teileinspeisung erhalten Betreiber von Anlagen bis 10 kWp rund 7,78 Cent pro Kilowattstunde. Bei Volleinspeisung sind es circa 12,34 Cent.
Im gewerblichen Bereich bis 100 kWp liegen die Sätze zwischen 10,8 und 11,0 Cent. Ab 100 kWp gilt die Pflicht zur Direktvermarktung – der anzulegende Wert beträgt dann rund 6,8 Cent.
Die Anschaffungskosten haben sich stabilisiert. Eine 10-kWp-Anlage mit Speicher kostet zwischen 19.000 und 23.000 Euro, ohne Speicher zwischen 16.000 und 18.000 Euro. Die Amortisation dauert 14 bis 18 Jahre, wobei ein Speicher den Eigenverbrauch auf 50 bis 70 Prozent steigert.
Neue Gebühren für Solarbetreiber geplant
Das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur planen eine pauschale Zusatzgebühr für private Betreiber. Die Netzkostenbeteiligung für „Prosumer“ könnte bis zu 100 Euro pro Jahr betragen. Die Behörden begründen dies mit der notwendigen Beteiligung an den Netzkosten.
Kritiker sehen darin einen falschen Ansatz. Das Potenzial netzdienlicher Speicher bleibe unberücksichtigt.
Zusätzlich sorgt eine diskutierte EEG-Reform für Verunsicherung. Das Fraunhofer ISE warnt vor der möglichen Streichung der festen Einspeisevergütung für Anlagen bis 25 kWp. Das könnte Investitionen massiv bremsen. Ab August 2027 sieht die Novelle zudem einen einheitlichen Wert von 6,2 Cent vor, der halbjährlich um ein Prozent sinkt.
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Netzausbau hält mit Erzeugung nicht Schritt
Die ungleichmäßige Erzeugung belastet die Netze massiv. In Brandenburg stehen 17 Gigawatt Erzeugungskapazität teilweise nur 3 Gigawatt Last gegenüber. Netzbetreiber wie 50Hertz setzen daher verstärkt auf Windkraft und neue Gaskraftwerke.
Eine VKU-Umfrage zeigt die Dimension des Problems: 93 Prozent der kommunalen Verteilnetzbetreiber planen bis 2045 mindestens eine Verdoppelung ihrer Netzkapazität.
Als technologische Lösung dienen hybride Projekte. Ein Beispiel ist ein Solarpark bei Gerbstedt, der ein gemeinsames Umspannwerk mit acht Windrädern nutzt. Ein Regler steuert die Einspeisung – Windkraft im Winter, Solarenergie im Sommer. Parallel wurden Netzanschlüsse für Batteriespeicher mit über 50 Gigawatt Gesamtkapazität zugesagt. Die sollen das System flexibler machen.
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