Solaranlagen, Installationen

Solaranlagen: 80 Prozent der Installationen weisen Mängel auf

28.05.2026 - 08:09:37 | boerse-global.de

Rund 80 Prozent der geprüften Solaranlagen weisen Installationsmängel auf. Swissolar fordert strengere Einhaltung der Normen.

Solaranlagen: 80 Prozent der Installationen weisen Mängel auf - Foto: über boerse-global.de
Solaranlagen: 80 Prozent der Installationen weisen Mängel auf - Foto: über boerse-global.de

Branchenverbände und Experten drängen auf einheitliche Standards bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen. Denn die Fehlerquote ist alarmierend hoch.

Am heutigen Donnerstag hat der Schweizer Branchenverband Swissolar eindringlich an die Einhaltung von Bau- und Elektronormen appelliert. Nur so ließen sich Sicherheit und Langlebigkeit von Solarstromanlagen gewährleisten. Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr: Eine Analyse einer Verbraucherschutzorganisation zeigt, dass rund 80 Prozent der geprüften PV-Anlagen Mängel aufweisen.

Installationsfehler kosten Leistung und Geld

Die Qualitätslücken in der Branche sind gravierend. Fachleute beziffern die Leistungseinbußen durch fehlerhafte Installation auf bis zu zehn Prozent. Um dem entgegenzuwirken, empfehlen Experten strukturierte Abnahmeprotokolle und digitale Checklisten. Das könnte die Garantiekosten um bis zu 40 Prozent senken.

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Zu den häufigsten technischen Mängeln zählen unsachgemäße Kabelführung, unzureichender Potenzialausgleich und die Verwendung nicht konformer Steckverbindungen. Swissolar weist besonders darauf hin, dass Gleichstromstecker zwingend aus Komponenten desselben Herstellers bestehen müssen. Die Kompatibilität zwischen verschiedenen Fabrikaten sei nicht gewährleistet.

In der Schweiz gilt seit 2016 der Installationsstandard SN HD 60364-7-712:2016. Die NIN 2025-Richtlinien enthalten zudem spezifische Vorschriften zum Überspannungsschutz.

Neue Nachschlagewerke und Produktnormen

Erst am Dienstag dieser Woche hat der VDE Verlag die 24. Auflage des Standardwerks „Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation" veröffentlicht. Der 1176-seitige Band bündelt die aktuellen VDE-Bestimmungen für Niederspannungsanlagen – von der Planung über den Bau bis zum Betrieb.

Auch für kleine Anlagen gibt es Neuerungen: Seit Dezember 2025 definiert die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 sichere Steckertypen für Balkonkraftwerke. Schuko-Stecker sind unter bestimmten Bedingungen erlaubt – nämlich dann, wenn der Wechselrichter einen Schutz vor elektrischem Schlag bietet. Bei Anlagen mit mehr als 960 Watt Modulleistung sind zusätzliche Maßnahmen gegen eine Überlastung des Hausnetzes nötig. Die gesetzliche Grenze für die Wechselrichterleistung liegt derzeit bei 800 Watt.

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Weltweit steigende Ausfallraten

Trotz bestehender Normen bleibt die Zuverlässigkeit ein globales Problem. Der 12. jährliche PV-Modul-Zuverlässigkeitsbericht von Kiwa PVEL, veröffentlicht am Mittwoch, meldet rekordhohe Ausfallraten. Demnach scheiterten 87 Prozent der teilnehmenden Hersteller und 61 Prozent der getesteten Materialkombinationen mindestens in einer Prüfkategorie. Bei 43 Prozent der Hersteller traten Delaminationen auf – Ablösungen der Schutzschichten. Besonders bemerkenswert: Erstmals in der Geschichte des Berichts erreichte kein einziges Modul in allen Testkategorien den Status „Top Performer".

China reagiert nun mit eigenen Maßnahmen. Am Montag veröffentlichte das Land zwei verbindliche nationale Normen für PV-Module. Sie treten am 1. Juni 2027 in Kraft und regeln Sicherheitsanforderungen sowie Kennzeichnungspflichten. Ziel ist es, betrügerischen Leistungsangaben durch strenge Toleranzvorgaben einen Riegel vorzuschieben.

Solarpflicht und Netzstabilität

Die gesetzlichen Vorgaben verschärfen sich auch hierzulande. In Bremen gilt seit Juli 2024 eine Solarquote von 50 Prozent für Neubauten und große Dachsanierungen. Bundesweit führt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz eine einheitliche Solarpflicht ein. Ab dem 1. Januar 2027 betrifft sie öffentliche und gewerbliche Neubauten mit einer Dachfläche von mehr als 250 Quadratmetern. Ab dem 1. Januar 2030 gilt sie dann für alle neuen Wohngebäude.

Mit der steigenden Zahl von Anlagen wächst auch die Herausforderung für die Stromnetze. Erst am Mittwoch veröffentlichte der Technologieanbieter A. Eberle einen Leitfaden zur Spannungsregelung in Niederspannungsnetzen. Er verweist auf die Normen VDE-AR-N 4100 und VDE-AR-N 4105 vom März 2026. Die Kernbotschaft: Nur durch kontinuierliche Überwachung und belastbare Messdaten lässt sich die Netzstabilität angesichts von PV-Einspeisung, Wärmepumpen und Elektromobilität sichern.

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