Smart-Meter-Rollout, VKU

Smart-Meter-Rollout: VKU fordert doppelte Eichfrist von 8 auf 16 Jahre

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Verband schlägt eine Verdopplung der Eichfrist auf 16 Jahre vor und setzt auf Anreize statt Sanktionen für den Ausbau.
Ein modernes Umspannwerk in einer weitläufigen Landschaft bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) dringt auf spürbare Erleichterungen bei der Digitalisierung der Stromnetze. In einem Positionspapier spricht sich der Verband für längere Eichfristen und vereinfachte Prozesse beim Smart-Meter-Rollout aus, um zusätzliche bürokratische Hürden für die beteiligten Akteure zu verhindern.

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing erklärte, der Ausbau in Deutschland sei noch immer zu kompliziert, bürokratisch und teuer geregelt. Um die bestehenden Engpässe zu lindern, verlangt der Verband unter anderem eine Verlängerung der Eichfrist für moderne Messeinrichtungen von 8 auf 16 Jahre.

Die dadurch freiwerdenden Personalressourcen sollen gezielter für den Einbau intelligenter Messsysteme eingesetzt werden. Nach Angaben des VKU arbeiten viele Verteilnetzbetreiber bereits an ihren Kapazitätsgrenzen, wofür insbesondere Engpässe beim Material sowie der Fachkräftemangel in den Bereichen IT und Digitalisierung verantwortlich seien.

Kritik an Reformplänen und Forderung nach schlankeren Abläufen

Neben den Fristen stehen auch administrative Abläufe im Fokus der Verbandsforderungen. Der VKU verlangt flexiblere Informationspflichten und Terminankündigungen beim Rollout sowie einfachere Markt- und Datenaustauschprozesse. Zudem solle die Anbindung von Gaszählern und Unterzählpunkten auf Kundenwunsch künftig als freiwillige Zusatzleistung ausgestaltet werden.

Anzeige

Wer sich mit der Digitalisierung kritischer Infrastrukturen befasst, muss auch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für IT-Systeme im Blick behalten. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken verstehen

Gleichzeitig warnt der Verband vor zusätzlichen Hürden durch ein im Rahmen geplanter Reformen diskutiertes Konzept eines vereinfachten Zählersystems. Bei einem solchen Modell seien die konkreten Funktionen bislang unklar, zudem bestehe die Gefahr, dass dadurch ineffiziente Doppelstrukturen entstünden.

Deutlicher Rückstand bei den gesetzlichen Ausbauzielen

Der Vorstoß des Verbands erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher Verzögerungen bei der bundesweiten Umrüstung. Von den bis Ende 2025 gesetzlich geforderten 4,7 Mio. Smart-Meter-Systemen waren in Deutschland lediglich rund 1,1 Mio. Geräte installiert. Dies entspricht einer Quote von nur 23,3 %.

Anzeige

Die Vernetzung von Messsystemen erfordert nicht nur technische Lösungen, sondern auch ein hohes Maß an Informationssicherheit. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfüllen. Gratis-Ratgeber für IT-Sicherheit herunterladen

Wegen der schleppenden Umsetzung hatte die Bundesnetzagentur Ende März 2026 bereits Aufsichtsverfahren gegen 77 Messstellenbetreiber eingeleitet, da diese beim Smart-Meter-Rollout nicht einmal eine Quote von 20 % erreicht hatten. Ingbert Liebing sprach sich mit Blick auf den weiteren Fortgang des Ausbaus gegen Sanktionen aus und plädierte stattdessen für finanzielle oder regulatorische Anreize für Unternehmen, die den Rollout zügig vorantreiben.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70430334 |