SMA Solar: Neue Gigawatt Factory in Kassel mit 60 GW Kapazität
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 23:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die SMA Solar Technology AG hat am 17. September 2026 ihren neuen Produktionsstandort in Niestetal bei Kassel offiziell in Betrieb genommen. Mit der sogenannten „Gigawatt Factory“ erweitert das nordhessische Unternehmen seine Kapazitäten im Bereich der Systemtechnik für Großanlagen signifikant.
Die neue Fertigungsstätte soll eine zentrale Rolle bei der Deckung der weltweit steigenden Nachfrage nach Lösungen für die Energiewende und die digitale Infrastruktur einnehmen.
Produktionskapazität von über 60 Gigawatt pro Jahr
Die neue Fabrik ist auf eine enorme Ausbringungsmenge ausgelegt. Bei voller Auslastung erreicht der Standort eine Produktionskapazität von mehr als 60 Gigawatt pro Jahr.
Gefertigt wird in Niestetal modernste Leistungselektronik und Systemtechnik, die in einer Vielzahl von Sektoren zum Einsatz kommt. Dazu gehören neben klassischen Photovoltaik-Anlagen auch großskalige Speichersysteme, Elektrolyseure für die Wasserstofferzeugung sowie Anwendungen für Rechenzentren.
Das Produktspektrum umfasst verschiedene spezialisierte Gerätetypen. In der neuen Halle werden unter anderem Systeme der Serie Sunny Central mit Leistungen zwischen 2,6 und 5 Megawatt sowie das Modell Sunny Highpower Peak3 mit bis zu 180 Kilowatt produziert.
Ein technologischer Schwerpunkt liegt zudem auf der Sunny Central Flex, die mit einer Leistung von 7,36 Megawatt DC-AC beziehungsweise 6 Megawatt DC-DC für komplexe Anforderungen in Hybridsystemen konzipiert ist.
Investitionen in Infrastruktur und moderne Fertigungsflächen
Der Neubau wurde auf einem Grundstück mit einer Gesamtfläche von 46.000 Quadratmetern realisiert. Die reine Hallenfläche für die Produktion und Logistik beläuft sich dabei auf 20.500 Quadratmeter.
Die neue Fertigung in Niestetal erreicht bei voller Auslastung mehr als 60 Gigawatt pro Jahr und ist auf Leistungselektronik für Photovoltaik-, Speicher-, Wasserstoff- und Hybridsysteme ausgelegt. Wer die Investitionslogik hinter dieser Kapazität verstehen will, findet in diesem kostenlosen Standort-Report die Einordnung zu Umsatzanteilen, Fertigungsflächen und Personalaufbau. Kostenlosen Standort-Report zur Energiewende-Infrastruktur anfordern
Insgesamt investierte SMA rund 80 Millionen Euro in das Projekt. Diese Summe unterteilt sich in 30 Millionen Euro für die technische Infrastruktur sowie rund 50 Millionen Euro, die über ein Leasingmodell mit einer Laufzeit von 20 Jahren finanziert wurden.
Der Betrieb am neuen Standort ist bereits angelaufen. Aktuell sind in der Gigawatt Factory etwa 50 bis 60 Mitarbeiter in einem Zwei-Schicht-System beschäftigt. Das Unternehmen plant jedoch eine deutliche Aufstockung des Personals: Bis zum Jahr 2027 soll die Zahl der Beschäftigten in der Produktion auf rund 200 Personen ansteigen.
Strategische Bedeutung der Großanlagen-Sparte
Die Inbetriebnahme ist ein wesentlicher Baustein für die Wachstumsstrategie des Konzerns, insbesondere im Segment für Großprojekte. Die Division „Large Scale & Project Solutions“ stellt das wirtschaftliche Rückgrat des Unternehmens dar. Im Jahr 2025 erwirtschaftete dieser Bereich einen Umsatz von 1,27 Milliarden Euro, was einem Anteil von 84 Prozent am gesamten Unternehmensumsatz entsprach.
Mit dem Ausbau der Großanlagen-Fertigung wächst der Bedarf an qualifiziertem Personal in der Leistungselektronik — geplant sind rund 200 Beschäftigte in der Produktion bis 2027. Dieser Leitfaden zeigt, welche Standortfaktoren und Qualifikationsprofile für Investitionen in Energiewende-Technik künftig entscheidend sind. Leitfaden zu Energiewende-Investitionen jetzt sichern
Durch die neue Fabrik stärkt SMA seine Position als Anbieter für integrierte Systemlösungen. Neben der Photovoltaik fokussiert sich der Standort auf die Produktion von Technik für Speicher-, Wasserstoff- und Hybridsysteme, um den Bedarf an flexiblen und skalierbaren Lösungen für den globalen Energiemarkt zu bedienen.
Die Gigawatt Factory ermöglicht es dem Unternehmen, flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren und die Produktionsprozesse für die leistungsstarke Elektronik effizienter zu gestalten.
