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Siemens streicht 380 Jobs: Restrukturierung trotz Rekordgewinn

28.05.2026 - 19:00:41 | boerse-global.de

Gallup-Studie zeigt hohe Burnout-Rate bei Führungskräften. Siemens kündigt Stellenabbau trotz Rekordgewinn an.

Palantir: La valoración frena el optimismo bursátil - Foto: über boerse-global.de
Palantir: La valoración frena el optimismo bursátil - Foto: über boerse-global.de

Während Großkonzerne wie Siemens ihre Strukturen umkrempeln, setzen Führungskräfte zunehmend auf psychologische Strategien, um mit dem Druck umzugehen. Eine aktuelle Gallup-Studie zeigt: 20 Prozent der deutschen Manager leiden häufig oder dauerhaft unter Burnout. Die Bindung an das eigene Unternehmen sinkt dramatisch – nur noch 11 Prozent der Führungskräfte fühlen sich stark mit ihrem Arbeitgeber verbunden, im Vorjahr waren es noch 18 Prozent.

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Wie Manager den Druck bewältigen

Die Strategien im Krisenmanagement sind so unterschiedlich wie die Persönlichkeiten. Leonhard Birnbaum, CEO von Eon, setzt auf extreme Fokussierung: Klettern hilft ihm, den Kopf freizubekommen, Multitasking vermeidet er konsequent. Bettina Orlopp von der Commerzbank vertraut auf ihre langjährige Berufserfahrung, um den Überblick zu behalten. Andere wie Christina Puello von der Deutschen Dienstrad integrieren Künstliche Intelligenz in ihre Entscheidungsprozesse.

Der Hirnforscher Volker Busch betont: Der Verlust von Konzentrationsfähigkeit sei der größte Stressfaktor für Führungskräfte. Doch es gibt Hoffnung – Resilienz lasse sich trainieren.

Siemens: Sparkurs trotz Rekordgewinn

Ein Paradebeispiel für den Wandel ist der Münchner Technologieriese Siemens. Am 27. Mai kündigte der Konzern das Restrukturierungsprogramm „ONE Tech Company“ an. Mehrere Führungspositionen werden gestrichen, die Softwaretochter evosoft in Nürnberg soll bis Ende 2026 geschlossen werden.

380 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe. Begründung: Auftragsmangel und Verlagerung ins Ausland. Dabei erzielte Siemens 2025 einen Rekordgewinn von 10,4 Milliarden Euro. Die IG Metall unterstützt die grundsätzliche Neuausrichtung, fordert aber betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen.

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Banken und Belegschaft: Kampf um Arbeitsplätze

Auch im Finanzsektor brodelt es. Die Gewerkschaft DBV kritisierte am Mittwoch die mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit. Marcus Bourauel vom Commerzbank-Betriebsrat stellte klar: „Die Rechte der Beschäftigten werden wir im Falle einer Fusion entschlossen verteidigen.“

Krisenfeste Kommunikation als neuer Standard

Die technische Seite der Unternehmensstabilität rückt ebenfalls in den Fokus. Am 16. Juni findet in Düsseldorf ein Webinar zur Kommunikationsresilienz statt. Experten von Deutscher Bahn und 450connect diskutieren über ausfallsichere Daten- und Sprachkommunikation für Betreiber kritischer Infrastrukturen.

Gesetzlicher Rahmen als Frühwarnsystem

Die aktuelle Restrukturierungswelle steht auf einem soliden rechtlichen Fundament. Das Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen-Gesetz (SRR) – basierend auf dem SanInsFoG-Entwurf von Oktober 2020 – schuf die Grundlage für außergerichtliche Sanierungen. Seit Anfang 2021 gilt eine 24-monatige Prognosefrist als Frühwarnsystem für die Geschäftsführung.

Die Praxis zeigt jedoch: Die Instrumente eignen sich vor allem für die Sanierung der Passivseite einer Bilanz. Unternehmen ohne ausreichende Liquidität haben weiterhin kaum Chancen. Die neue Gesetzeslage zwingt das Management, Krisen früher zu erkennen – und macht genau jene Führungsqualitäten und strategischen Fähigkeiten unverzichtbar, die derzeit in den Chefetagen trainiert werden.

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