Siemens Mobility, ÖBB-Infrastruktur

Siemens erhält 1,3-Milliarden-Auftrag für digitale Stellwerke in Österreich

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 16:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Siemens soll die österreichische Bahninfrastruktur mit digitalen Stellwerken modernisieren. Der Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG hat ein Volumen von 1,3 Milliarden Euro, die Einführung beginnt schrittweise ab 2030.

Siemens hat mit seiner Bahnsparte einen Milliardenauftrag aus Österreich an Land gezogen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
Siemens hat mit seiner Bahnsparte einen Milliardenauftrag aus Österreich an Land gezogen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa

Siemens hat von der ÖBB-Infrastruktur AG einen Auftrag über 1,3 Milliarden Euro zur Digitalisierung der österreichischen Bahninfrastruktur erhalten.

Digitale Stellwerke ab 2030

Im Mittelpunkt steht die Stellwerkstechnik. Nach Angaben des Konzerns sollen ab 2030 schrittweise digitale Stellwerke im österreichischen Bahnnetz eingeführt werden.

Grundlage ist die Siemens-Technologie „Signaling X“. Dabei wird die Stellwerkslogik in zentrale Rechenzentren verlagert.

Mehr Kapazität und Zuverlässigkeit als Ziel

Siemens zufolge soll die Technologie den Bahnbetrieb grundlegend digitalisieren. Ziel seien unter anderem mehr Kapazität, eine höhere Zuverlässigkeit sowie ein nachhaltiger und resilienter Betrieb.

Michael Peter, Chef von Siemens Mobility, sagte, die ÖBB-Infrastruktur AG übernehme damit eine internationale Vorreiterrolle und schaffe die Grundlage für diese Verbesserungen.

Umsetzung über mehrere Jahre

Der Auftrag betrifft nicht die sofortige Umstellung des gesamten Netzes. Die digitalen Stellwerke sollen vielmehr schrittweise und beginnend im Jahr 2030 eingeführt werden.

Digitalisierung als langfristiges Infrastrukturprojekt

Der Auftrag markiert keinen kurzfristigen Ausbau einzelner Bahnstrecken, sondern den schrittweisen Austausch zentraler sicherungstechnischer Anlagen. Digitale Stellwerke verlagern die Stellwerkslogik in Rechenzentren und sollen dadurch standardisierte Abläufe, eine zentralere Steuerung und eine flexiblere Wartung ermöglichen. Die Umstellung beginnt nach den vorliegenden Angaben erst 2030.

Für ein Bahnnetz bedeutet das zunächst einen erheblichen technischen und organisatorischen Aufwand. Bestehende Anlagen müssen über Jahre parallel betrieben, Streckenabschnitte umgerüstet und die Systeme sicher miteinander verbunden werden. Der Nutzen entsteht daher nicht mit der Vergabe des Auftrags, sondern erst mit der Inbetriebnahme und dem zuverlässigen Zusammenspiel der neuen Technik.

Bedeutung für Kapazität und Zuverlässigkeit

Mehr digitale Steuerung kann dazu beitragen, Zugfolgen besser zu koordinieren und Betriebsdaten schneller zu verarbeiten. Ob dadurch tatsächlich mehr Züge fahren und Verspätungen sinken, hängt jedoch auch von weiteren Faktoren ab: der verfügbaren Gleisinfrastruktur, den Fahrplänen, der Leit- und Kommunikationstechnik sowie der Qualität der Umsetzung.

Der Umfang von 1,3 Milliarden Euro unterstreicht die Größenordnung des Vorhabens. Für Fahrgäste bleibt zunächst vor allem relevant, dass die Modernisierung über einen langen Zeitraum erfolgen wird. Während der Bau- und Umstellungsphasen können abschnittsweise Einschränkungen entstehen; langfristig zielt das Projekt auf einen leistungsfähigeren und widerstandsfähigeren Bahnbetrieb in Österreich.

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