Sicherheitsübungen: Einsatzkräfte trainieren Rettung unter 20.000 Volt
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 27. August 2026 führten die OsthessenNetz GmbH sowie Einsatzkräfte der Feuerwehr Mittelkalbach und der Malteser aus Petersberg/Kerzell eine umfassende Sicherheitsübung durch. Im Zentrum des Trainings stand das Szenario eines Brandes in einer Mittelspannungsstation. Die Beteiligten simulierten dabei einen Containerbrand in einer Anlage mit einer Spannung von 20.000 Volt, bei dem zudem eine verletzte Person gerettet werden musste.
Sicherheitsprioritäten bei Hochspannungsunfällen
Während der Übung am 27. August 2026 lag der Schwerpunkt auf der korrekten Abfolge der Rettungsmaßnahmen unter Hochspannung. Übungsleiter Tim Staubach hob hervor, dass ein Eingreifen der Rettungskräfte grundsätzlich erst nach der erfolgten Spannungsfreischaltung und der Feststellung der Erdung möglich sei. Diese technischen Voraussetzungen seien zwingend, um die Sicherheit der Helfer zu gewährleisten.
Netzmeister Lukas Wingenfeld wies in diesem Zusammenhang auf die besonderen Gefahren technischer Anlagen hin. Da elektrischer Strom lautlos und unsichtbar sei, stellten regelmäßige Übungen ein wesentliches Instrument dar, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein. Das Zusammenspiel zwischen Netzbetreiber und Rettungsdiensten sei entscheidend, um im Realfall Verzögerungen bei der Bergung Verletzter zu vermeiden.
Chemische Gefahren und überregionale Katastrophenschutzübungen
Der Umgang mit elektrischen Anlagen im Betrieb erfordert eine fundierte Sensibilisierung aller Beteiligten, um Unfälle rechtssicher zu vermeiden. Mit dieser kostenlosen PowerPoint-Vorlage und Anleitung bereiten Sie Ihre nächste Unterweisung zeitsparend und vollständig vor. Elektro-Unterweisung in der Hälfte der Zeit vorbereiten
Neben der Elektrotechnik bildeten auch industrielle Gefahrgutszenarien einen Schwerpunkt der aktuellen Trainingswoche. Am 26. August 2026 probte der 4. Gefahrgutzug des Erzgebirgskreises auf dem Gelände der BGH Edelstahl GmbH in Lugau den Umgang mit einem Säureunfall. Dabei wurde der Austritt von Fluss- und Salpetersäure sowie Natronlauge simuliert.
Insgesamt 74 Einsatzkräfte waren an der gesetzlich vorgeschriebenen Jahreshauptübung beteiligt, bei der zwei verletzte Personen aus der Gefahrenzone gerettet wurden. Zugführer Daniel Seltmann zog eine positive Bilanz und erklärte, dass die Rettungskette während des Übungsablaufs sehr gut funktioniert habe.
Zeitgleich befassten sich Fachkräfte des Kreises Heinsberg im CHEMPARK Dormagen mit Stabsstrukturen und digitaler Dokumentation. Der Arbeitskreis „Stab und Multiplikatoren“ besichtigte dabei Spezialgerät wie Großtanklöschfahrzeuge und Teleskopmastbühnen, um die Kooperation im Bereich der industriellen Gefahrenabwehr zu vertiefen.
Auch das Technische Hilfswerk (THW) Stelle-Winsen schloss am 26. August 2026 eine dreitägige Übung in Hoya/Barme ab, bei der die Rettung aus Trümmern nach einem Erdbeben sowie der Betrieb von Großpumpen mit Kapazitäten von bis zu 25.000 l/min trainiert wurden.
Wer im betrieblichen Alltag Verantwortung für den Transport oder Umgang mit gefährlichen Stoffen trägt, muss die gesetzlichen Pflichtinhalte präzise vermitteln. Diese gratis Anleitung mit Muster-Vorlage und Unterweisungsnachweis hilft Ihnen, die Schulung rechtssicher und effizient zu gestalten. Gefahrgut-Unterweisung jetzt kostenlos herunterladen
Waldbrandprävention und medizinische Qualifikation
Die anhaltende Trockenheit gab zudem Anlass für spezialisierte Waldbrandübungen. Am 26. August 2026 simulierten 70 Einsatzkräfte von fünf Ortswehren im Grünhainer Forst die Bekämpfung von 50 Brandherden auf einer Fläche von 3.000 m². Bereits am 22. August 2026 hatten rund 30 Einsatzkräfte in der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg den Einsatz von Löschrucksäcken und Drohnentechnik zur Glutnesterkennung erprobt.
Parallel zur operativen Ausbildung wurde in der Region Dachau die medizinische Basis gestärkt. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) schloss am 26. August 2026 die Ausbildung von 16 neuen Sanitätern ab. Der Lehrgang wurde erstmals mit einem erhöhten Umfang von 64 Stunden durchgeführt, wobei elf Online-Module integriert wurden.
Ausbau der Ausbildungskapazitäten und neue Kooperationen
Für die langfristige Sicherung von Sicherheitsstandards investieren Unternehmen verstärkt in eigene Infrastrukturen. Die ABS Safety GmbH hatte bereits Anfang des Jahres ein neues Schulungszentrum in Kevelaer eröffnet, das über spezialisierte Praxisflächen für PV-Montage und PSAgA-Schulungen verfügt. Die Kapazität des Standorts soll eine Verdopplung der bisherigen 3.000 Teilnehmer pro Jahr ermöglichen.
Im Bereich der Mobilität und Luftfahrt werden ebenfalls neue Ausbildungswege beschritten. Während die S-Bahn Berlin Mitte August eine Kooperation zur Rangierausbildung ihrer Auszubildenden nutzte, wurde bekannt, dass die Lufthansa Aviation Training ab dem 1. Februar 2027 die fliegerische Erstausbildung für Jetpiloten der Luftwaffe am Standort Rostock-Laage übernehmen wird.
Diese Erweiterung der langjährigen Partnerschaft umfasst unter anderem die Schulung in Meteorologie und Sichtflugverfahren auf Maschinen des Typs Diamond DA40 NG.
