Sicherheitsschulung: 65% weniger Datenschutzverletzungen mit Training
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 14:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine umfassende Untersuchung von KnowBe4 zeigt die signifikante Wirkung von präventiven Sicherheitsunterweisungen auf die Integrität von Unternehmensdaten.
Die Auswertung von 17.500 Datenschutzverletzungen belegt, dass Organisationen, die auf solide Schulungsprogramme setzen, eine um 65 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für Sicherheitsvorfälle aufweisen. Die Ergebnisse verdeutlichen die Korrelation zwischen menschlichem Fehlverhalten und der Effektivität systematischer Trainingsmaßnahmen.
Quantitative Effekte von Sicherheitstrainings
Die Datenanalyse, deren zugrunde liegende Ergebnisse bereits Anfang 2025 publiziert wurden, hebt die Schutzwirkung von Security-Awareness-Trainings (SAT) hervor. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit, auf öffentlichen Listen von Datenschutzverletzungen zu erscheinen, bei Unternehmen mit entsprechenden Schulungsangeboten um den Faktor 8,3 geringer als bei unvorbereiteten Organisationen.
Ein Blick auf die zeitliche Abfolge der Vorfälle unterstreicht diese Beobachtung: Rund 73 Prozent der untersuchten Sicherheitsverletzungen ereigneten sich zu einem Zeitpunkt, bevor in den betroffenen Betrieben Trainingsmaßnahmen eingeführt worden waren.
Besonders deutlich wurde dieser Effekt bei US-Kunden des Anbieters. In dieser Gruppe verzeichneten 97,6 Prozent der Unternehmen seit 2005 keine Datenschutzverletzung mehr, nachdem sie ein kontinuierliches Programm für Sicherheitsunterweisungen etabliert hatten.
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Empfehlungen für die Compliance-Praxis
Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse raten Experten zu einer regelmäßigen Auffrischung der Lerninhalte. Empfohlen werden vierteljährliche Schulungen in Kombination mit simulierten Phishing-Tests, um die Aufmerksamkeit der Belegschaft dauerhaft zu festigen.
Hintergrund dieser Empfehlungen ist die technologische Weiterentwicklung von Cyberangriffen. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass inzwischen 82,6 Prozent aller Phishing-E-Mails Merkmale künstlicher Intelligenz aufweisen – ein Anstieg um 53,5 Prozent.
Im Hinblick auf den Cybersecurity Awareness Month im Oktober 2026 wurde deshalb ein spezielles Informations-Kit unter dem Motto „Secret Agent“ konzipiert. Dieses widmet sich über vier Wochen hinweg kritischen Bereichen wie Deepfakes, Datensicherheit und der korrekten Meldung von Vorfällen. Der CISO Advisor Erich Kron warnte in diesem Kontext explizit vor den Gefahren durch KI-gestützte Angriffsvektoren.
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Regionale Benchmarks und Lernkurven
Die Relevanz von Schulungen lässt sich auch am Phishing-Benchmark 2024 ablesen, für den 54 Millionen simulierte Tests von 12 Millionen Nutzern in über 55.000 Organisationen ausgewertet wurden. Die Untersuchung zeigt, dass die Anfälligkeit für betrügerische E-Mails (Phishing-Anfälligkeit oder PPP) durch gezieltes Training drastisch reduziert werden kann.
In Afrika etwa lag die ursprüngliche Anfälligkeit ungeübter Mitarbeiter bei 36,7 Prozent und damit leicht über dem globalen Durchschnitt von 34,3 Prozent. Nach einem 90-tägigen Trainingsintervall sank dieser Wert in der Region auf 22 Prozent. Nach einem vollen Jahr kontinuierlicher Schulungen reduzierte sich die Anfälligkeit auf 5,9 Prozent.
Im globalen Vergleich erreichten Organisationen nach einem Jahr Training sogar einen Wert von 4,6 Prozent. Diese Zahlen belegen laut der Analyse, dass technischer Schutz allein nicht ausreicht, sondern die Einbindung der Mitarbeiter einen entscheidenden Faktor für die Informationssicherheit darstellt.
