Sicherheitsmanagement: Master in Thrakien verbindet 90 ECTS mit Krisensimulation
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie griechische Demokrit-Universität Thrakien hat am 23. Oktober 2026 die fünfte akademische Reihe ihres Masterstudiengangs für Qualitäts-, Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsmanagement in der chemischen Industrie (MSc QSSHE) aufgenommen.
Der Start des Online-Studiengangs erfolgte zeitgleich mit dem Auftakt der europäischen Woche für Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit. Das Programm richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die betriebliche Schutz- und Managementsysteme in hochregulierten Produktionsumgebungen steuern.
Digitaler Aufbau und praxisnahe Krisensimulation
Das postgraduale Programm umfasst drei Semester mit insgesamt 90 ECTS-Punkten, aufgeteilt auf zwölf Kurse sowie eine abschließende Masterarbeit. Der Lehrbetrieb wird in synchroner Fernlehre durchgeführt, um Berufstätigen eine flexible Teilnahme zu ermöglichen.
Fester Bestandteil der Ausbildung ist die sogenannte „Kavala Week“. In diesem Rahmen absolvieren die Teilnehmenden praktische Übungseinheiten im Labor „Ifestos“ sowie in einem virtuellen Krisenkontrollraum. Ergänzend setzt die Hochschule auf neu eingeführte Trainingsmodule mit erweiterter und virtueller Realität (AR/VR), um sicherheitskritische Abläufe in industriellen Chemieanlagen realitätsnah zu simulieren.
Anerkennung und bisherige Bilanz der Ausbildung
In den bisherigen vier Jahrgängen verzeichnete das Programm 91 Studierende und 47 Absolventen. Die Beschäftigungsquote nach dem Abschluss liegt bei rund 75 Prozent.
Auf akademischer und institutioneller Ebene erhielt der Studiengang im Jahr 2026 von der griechischen Qualitätssicherungs- und Akkreditierungsagentur E?AAE das Prädikat „Fully Compliant“. Zudem verfügt das Programm über Zertifizierungen nach den Standards ISO 21001 und ISO 29994. Bereits 2024 wurde das Angebot bei den Health & Safety Awards mit dem ersten Preis in der Kategorie Bildung ausgezeichnet.
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Wachsender Bedarf an spezialisierter Krisen- und Sicherheitskompetenz
Die Initiative an der Demokrit-Universität Thrakien reiht sich in vergleichbare Bestrebungen europäischer Hochschulen und Institutionen ein, Sicherheits- und Risikokompetenzen systematisch auf akademischem Niveau zu verankern.
In der Schweiz schufen das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) und das internationale Institut für Management in Technologie (iimt) der Universität Freiburg am 28. Oktober 2026 das neue Weiterbildungsprogramm „Führen in Krisensituationen“ (Certificate of Advanced Studies, CAS).
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Unter der wissenschaftlichen Leitung von Diana Ingenhoff und im Aufbau unterstützt durch Stephan Nüesch vermittelt der zweisprachige Lehrgang (Deutsch und Französisch) Stabsführung unter Druck, strukturierte Entschlussfassung, nachhaltige Kommunikation sowie Stressbewältigung für Kader von Rettungs- und Schutzorganisationen und Betreibern kritischer Infrastrukturen.
In Italien legte die Universität „G. D’Annunzio“ Chieti-Pescara am 28. Oktober 2026 ihren einjährigen, berufsbegleitenden Masterstudiengang „Health & Chemical Safety Manager“ (60 CFU, 1.500 Stunden) in Kooperation mit dem Branchenverband Federchimica für das Studienjahr 2026/2027 neu auf.
Bewerbungen hierfür sind bis zum 20. November 2026 möglich. Parallel dazu plant die Universität Pisa für den 5. März 2027 den Start des Masterprogramms „GIRSSAL“ unter der Leitung von Beatrice Casini, das mit 425 Praktikumsstunden und Laborphasen auf die ganzheitliche Steuerung von Umwelt- und Arbeitsplatzrisiken zielt.
Auch Regulierungsbehörden verstärken die Qualifikationsvorgaben auf Managementebene: Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellte auf der Fachmesse it-sa in Nürnberg ein gemeinsam mit Verbänden der Allianz für Cybersicherheit erarbeitetes Beispielcurriculum für Schulungen der Geschäftsleitung vor.
Hintergrund sind die Pflichten gemäß Paragraf 38 des BSI-Gesetzes im Rahmen der europäischen NIS-2-Vorgaben. BSI-Vertreterin Dr. Judith Nink unterstrich in diesem Zusammenhang, dass Sicherheitsmanagement eine strategische Führungsaufgabe auf Leitungsebene darstelle.
