Sicherheitsbeauftragte, Grenze

Sicherheitsbeauftragte: Neue Grenze bei 50 Beschäftigten ab Mai

24.06.2026 - 09:48:56 | boerse-global.de

Verschärfte Regeln für Sicherheitsbeauftragte treten in Kraft. Psychische Belastungen rücken als Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit in den Vordergrund.

Sicherheitsbeauftragte: Neue Regeln und psychische Gesundheit im Fokus
Sicherheitsbeauftragte - Professionelle Schulung zur Arbeitssicherheit mit einer Gruppe von Fachleuten in einem modernen Seminarraum. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit dem 29. Mai gelten verschärfte Regeln für Sicherheitsbeauftragte. Betriebe müssen die Funktion erst ab 50 Beschäftigten besetzen – bisher lag die Grenze bei 20 Mitarbeitern. Für Unternehmen mit 20 bis 49 Angestellten gilt die Pflicht nur noch bei besonderen Gefährdungen.

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Der Bundestag hatte die Reform des § 22 SGB VII bereits Ende März beschlossen. Die Anpassung verändert vor allem den Schulungsbedarf in kleineren Betrieben. Größere Organisationen sind weiterhin auf eine fundierte Ausbildung ihrer Beauftragten angewiesen.

Psychische Gesundheit rückt in den Fokus

Einen Tag vor der Reform, am 23. Juni, fand in Berlin das 11. Präventionsforum statt. Über 200 Fachleute diskutierten über psychische Belastungen in der modernen Arbeitswelt. Die Zahlen sind alarmierend: 2024 machten psychische Störungen 16,7 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage aus. Sie waren für 42 Prozent der Erwerbsminderungsrenten verantwortlich.

Dr. Stephan Fasshauer (DGUV) und Simone Borchardt (BVPG) betonten die Bedeutung der Prävention. Ein zentrales Thema: die Digitalisierung. Experten diskutierten sowohl die Risiken durch Technostress als auch die Potenziale zur Entlastung der Beschäftigten.

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Widerstand gegen flexible Arbeitszeiten

Parallel formiert sich Kritik an geplanten Lockerungen des Arbeitszeitgesetzes. Die Initiative AOP-GA, getragen unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, kritisierte Pläne zur Ausweitung der täglichen Höchstarbeitszeit. Die Experten fordern eine evidenzbasierte Debatte und warnen vor einer Abkehr vom Achtstundentag.

Qualifizierung: Termine und Trends

Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall bietet am 1. Juli in Saarbrücken ein kostenfreies Grundlagenseminar an. Weitere Termine sind bis Dezember geplant. Das Bildungswerk ver.di Niedersachsen fokussiert im Sommer Seminare zu Personalvertretungsgesetzen und Gewalt gegen Beschäftigte.

Die Betriebsräteakademie Bayern hat Veranstaltungen zur Automatisierungstechnik und eine Handwerkskonferenz in Inzell angekündigt. Ein Online-Workshop am 26. Juni widmet sich der psychischen Gesundheit im Ausbildungsalltag – adressiert an Verantwortliche der IHK und Handwerkskammern in Sachsen-Anhalt.

Neue Risiken: UV-Strahlung und IT-Sicherheit

Arbeitsmediziner wiesen Anfang Juni auf die Gefahren durch UV-Strahlung am Arbeitsplatz hin und mahnten verstärkte Sonnenschutzmaßnahmen an. Zudem wird die Einhaltung neuer IT-Sicherheitsstandards wie NIS-2 für Unternehmen ab 50 Mitarbeitern relevant. Die erste Frist zur Prüfung der Betroffenheit endet Ende September 2026.

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