Shift, Zero

Shift Zero: ServiceNow baut autonome Abwehr gegen Cyberangriffe auf

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 21:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ServiceNow kündigt autonome Sicherheitslösungen an, um Angriffsflächen zu minimieren. Das Sicherheitsgeschäft wächst stark, während die Aktie volatil bleibt.

ServiceNow präsentiert Vision für autonome Cyber-Abwehr und neue Sicherheitslösungen
Ein IT-Sicherheitsexperte überwacht komplexe Datenströme und Netzwerkknoten an einer modernen Arbeitsstation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Software-Spezialist ServiceNow hat am 10. August 2026 eine neue Vision für autonome Cyber-Abwehrsysteme präsentiert. Ziel des Unternehmens ist es, die Sicherheitsarchitektur in Unternehmen durch Automatisierung grundlegend zu transformieren und damit den Schutz gegen digitale Bedrohungen zu verstärken. Diese Initiative folgt auf die Vorstellung neuer Produkte, mit denen der Konzern die Komplexität moderner Sicherheitsumgebungen reduzieren will.

Automatisierung gegen die Komplexität der Sicherheitslandschaft

Bereits am 5. August 2026 kündigte ServiceNow im Rahmen einer Veranstaltung in Las Vegas sechs neue Lösungen für die sogenannte autonome Sicherheit an. Unter dem Namen „Shift Zero“ verfolgt das Unternehmen das Ziel, einen Zustand der „Zero Exposure“ zu erreichen – also die Minimierung von Angriffsflächen in Unternehmensnetzwerken durch präventive Automatisierung.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die hohe Komplexität in der IT-Sicherheit: Durchschnittliche Unternehmen nutzen laut Unternehmensangaben mittlerweile über 70 verschiedene Security-Tools. Um die Integration dieser fragmentierten Landschaften zu verbessern, kündigte ServiceNow eine engere Zusammenarbeit mit den Partnern Armis und Veza an. Brandon Glaze vom Industrie-Dienstleister Baker Hughes hob in diesem Zusammenhang hervor, dass das Verständnis von Risiken sowie eine umfassende Sichtbarkeit entscheidende Faktoren für die Sicherheit seien.

Roadmap für KI-gestützte Sicherheitswerkzeuge

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Die Einführung der neuen Lösungen erfolgt gestaffelt. Nach Angaben vom 5. August 2026 sind die Produkte „Agentic Exposure Management“ und „Application Security“ bereits sofort verfügbar. Diese Werkzeuge sollen dabei helfen, Sicherheitslücken aktiv zu identifizieren und Anwendungen bereits während des Betriebs abzusichern.

Weitere spezialisierte Tools befinden sich noch in der Vorbereitung und sollen ab Dezember 2026 bereitgestellt werden. Dazu gehören:
* ein KI-Spezialist für das Security Operations Center (Tier 2 SOC AI Specialist),
* ein Spezialist für die automatisierte Behebung von Schwachstellen (Vulnerability Resolution AI Specialist),
* Lösungen zur Überwachung kontinuierlicher Kontrollen (Continuous Control Monitoring) sowie
* Werkzeuge zur Einhaltung von Richtlinien bei kryptografischen Assets (Cryptography Asset Compliance).

Starke Finanzzahlen trotz volatiler Marktbewertung

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Das Geschäftsfeld für Sicherheits- und Risikolösungen hat sich für ServiceNow zu einem bedeutenden Wachstumstreiber entwickelt. Das jährliche Vertragsvolumen (ACV) dieses Bereichs überstieg zuletzt die Marke von 1 Mrd. US-Dollar. In 80 % der größten abgeschlossenen Verträge waren Cyber-Sicherheitslösungen enthalten.

Für das zweite Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Abonnement-Umsatz von 3,88 Mrd. US-Dollar, was einem währungsbereinigten Wachstum von 23 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) bezifferte das Unternehmen auf 29 Mrd. US-Dollar. Zudem unterstreicht eine Erneuerungsrate von 98 %, dass ServiceNow eine sehr hohe Kundenbindung in seinem Kerngeschäft erzielt.

An der Börse zeigte sich zuletzt ein gemischtes Bild. Während die Aktie auf Sicht von zwölf Monaten ein Minus von 41 % verzeichnete, konnte sie in der Woche ab dem 31. Juli wieder um 13,8 % zulegen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward-KGV) liegt aktuell bei 30,49, bei einem Short Interest von 5,40 %. Zudem wurde bekannt, dass die Anzahl der investierten Hedgefonds im vergangenen Quartal von 118 auf 108 sank.

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