Set-Übergriffe steigen: 68 Fälle 2025, Themis schlägt Alarm
10.06.2026 - 15:19:03 | boerse-global.de
Während KI die Gefährdungsbeurteilung revolutioniert, kämpfen neue Tarifverträge gegen finanzielle Löcher in der Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig alarmieren steigende Zahlen von Übergriffen am Set die Branche.
DGA einigt sich mit Hollywood-Studios
Die Directors Guild of America (DGA) hat sich am heutigen Mittwoch mit den großen Filmstudios (AMPTP) auf einen neuen Vierjahres-Tarifvertrag geeinigt. Die Verhandlungen liefen seit dem 11. Mai 2026.
Die Digitalisierung erleichtert die Dokumentation im Arbeitsschutz enorm, doch die rechtlichen Anforderungen an eine gültige Gefährdungsbeurteilung bleiben hoch. Dieser kostenlose Report liefert Ihnen praxiserprobte Vorlagen und Checklisten, um Ihre Gefährdungsbeurteilungen rechtssicher und behördenkonform zu gestalten. Gefährdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen
Der Vertrag regelt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und die finanzielle Stabilisierung des DGA-Gesundheitsfonds. Der Fonds wies 2024 ein Defizit von 38,8 Millionen US-Dollar auf. Mit dem Abschluss folgen die Regisseure den Autoren (WGA) und Schauspielern (SAG-AFTRA), die bereits neue Verträge unterzeichnet hatten.
KI als Werkzeug – aber mit Vorsicht
Die Berufsgenossenschaft BG ETEM sieht großes Potenzial in KI für den Arbeitsschutz. „Die Technologie kann Gefährdungen schneller identifizieren und den Verwaltungsaufwand senken“, sagt Referentin Dorothee Hübner. Das Portal „Meine BG ETEM“ bietet bereits KI-gestützte Informationen. Digitale Assistenten für die Gefährdungsbeurteilung sind in Entwicklung.
Doch die Berufsgenossenschaft warnt: KI-Ergebnisse klingen professionell, können aber fachlich falsch sein. Die Kontrollpflicht der Verantwortlichen bleibt unverzichtbar. KI soll unterstützen, nicht ersetzen.
Übergriffe am Set: Zahlen steigen dramatisch
Ein Bericht der Vertrauensstelle Themis zeigt den dringenden Handlungsbedarf. 2025 registrierte die Stelle über 600 Beratungsgespräche, darunter 105 Erstberatungen. Besonders alarmierend: Die Zahl der gemeldeten körperlichen Übergriffe oder Vergewaltigungen stieg von 61 (2024) auf 68 Fälle (2025). Verbale Belästigungen gingen dagegen von 68 auf 37 Fälle zurück.
Nicht nur physische Gefahren, auch psychische Belastungen und Überlastungssituationen müssen im Rahmen des Arbeitsschutzes proaktiv dokumentiert werden. Nutzen Sie dieses kostenlose Download-Paket mit Excel-Vorlagen und Mustern für Überlastungsanzeigen, um Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und rechtlich sicher zu handeln. Sifa-Profis setzen auf diese Excel-Vorlage zur Gefährdungsbeurteilung
Im ersten Quartal 2026 gab es bereits 20 Meldungen zu körperlichen Übergriffen. Martina Zöllner, Präsidentin der Vertrauensstelle, sieht darin eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung.
Für Aufsehen sorgt auch die Debatte um den Film „Falsche Bewegung“ von 1975. Regisseur Wim Wenders zog das Werk nach Kritik von Nastassja Kinski zurück. Die Schauspielerin fordert die Entfernung einer Szene, die sie als Minderjährige in einer prekären Situation zeigt. Die Diskussion um Kindeswohl und Opferschutz bei Filmproduktionen ist neu entfacht.
Sicherheitstraining hat Tradition
Die Münchner Filmwerkstatt bietet bereits seit Frühjahr 2013 spezialisierte Seminare an. In Kooperation mit der Elektroinnung München gibt es Schulungen zur Elektrofachkraft am Set, zum E-Schein und Fortbildungen für Sicherheitsbeauftragte. Ziel: Klärung von Verantwortlichkeiten und Haftungsfragen bei komplexen Produktionen.
Aktuelle Großereignisse beeinflussen zudem die Sicherheitsplanung. Die Dreharbeiten zur dritten Staffel von „The Last of Us“ in Vancouver pausieren vom 1. bis 28. Juni 2026. Grund ist die Fußball-Weltmeisterschaft im BC Place Stadium. Solche Ereignisse erfordern Anpassungen der Produktionsabläufe – für Sicherheit und Logistik.
Auch bei den WM-Vorbereitungen selbst werden verstärkte Kontrollen und Hitzeschutzmaßnahmen gefordert, besonders an Spielorten wie dem Azteca-Stadion in Mexiko.
