SERMI für Kfz-Werkstätten: EU-Zugang zu Sicherheitsdaten wird vereinheitlicht
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wie das Branchenportal auto-motor-und-sport.de am 25.09.2026 berichtete, soll das System SERMI den EU-weiten Zugang unabhängiger Kfz-Betriebe und deren Beschäftigten zu sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen vereinheitlichen. Die Initiative zielt darauf ab, den Zugriff auf sensible Fahrzeugdaten europaweit über ein standardisiertes Autorisierungsverfahren zu regeln.
Rechtsrahmen durch EU-Verordnungen
Die gesetzliche Grundlage für das Verfahren bildet die Delegierte Verordnung (EU) 2021/1244 der Europäischen Kommission. Dieser Rechtsakt dient der Ergänzung der europäischen Typgenehmigungsverordnung (EU) 2018/858. Durch den festgelegten Rahmen sollen einheitliche Bedingungen geschaffen werden, unter denen unabhängige Marktteilnehmer die für die Instandhaltung erforderlichen Informationen erhalten können, ohne die Fahrzeugsicherheit oder den Diebstahlschutz zu gefährden.
Erleichterung für markenübergreifende Werkstattabläufe
In Deutschland soll das System vor allem markenübergreifende Arbeitsabläufe in den Betrieben erleichtern. Für unabhängige Werkstätten, die Fahrzeuge verschiedener Hersteller warten und reparieren, entfällt durch ein zentrales System die Notwendigkeit, sich für jede einzelne Automarke gesondert registrieren zu müssen.
Der EU-weite Zugang zu sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen wird über ein standardisiertes Autorisierungsverfahren geregelt — für viele Betriebe entfällt damit die Einzelregistrierung pro Automarke. Wie Sie den Zertifizierungsweg für Betrieb und Personal Schritt für Schritt aufsetzen, steht im kostenlosen Leitfaden. Schritt-für-Schritt-Leitfaden zur SERMI-Zertifizierung anfordern
Die Autorisierung ermöglicht es Werkstätten sowie ihren qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, über einen harmonisierten Weg an die jeweils benötigten Sicherheitsdaten zu gelangen.
Länderspezifische Umsetzung und Anwendungsbereich
Die Einführung von SERMI erfolgt über länderspezifische Rollouts und erfordert strukturierte Zertifizierungsprozesse für Betriebe und das ausführende Personal. Dabei greifen die Vorgaben jedoch nicht für sämtliche elektronischen Arbeiten an modernen Fahrzeugen gleichermaßen: Das Schema gilt ausdrücklich nicht pauschal für jedes Software-Update.
Nicht jede elektronische Arbeit am Fahrzeug fällt unter das neue Autorisierungsverfahren — wer falsch einstuft, investiert Zeit und Geld in den falschen Zertifizierungsweg. Die kostenlose Checkliste trennt sicherheitsrelevante von Standard-Arbeiten und zeigt, wann der spezifische Nachweis wirklich nötig ist. Einstufungs-Checkliste jetzt herunterladen
Werkstätten müssen demnach im Einzelfall prüfen, welche Arbeiten als sicherheitsrelevante Reparatur- und Wartungsinformationen eingestuft sind und den spezifischen Zertifizierungsweg erfordern.
