Seehäfen, ZDS

Seehäfen: ZDS bietet 11.000 Hafenarbeitern 3,4% Lohnerhöhung

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der ZDS legt für Hafenbeschäftigte ein neues Angebot vor, während weitere Tarifrunden in Industrie, Handel und Dienstleistungen anstehen.

Hafen-Tarifrunde: Neues Angebot trifft auf weitere Forderungen
Blick auf einen industriellen Containerhafen mit Kränen und gestapelten Frachtcontainern bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat in der vierten Verhandlungsrunde am Mittwochabend in Hamburg ein neues Tarifangebot für rund 11.000 Hafenarbeiter vorgelegt.

Das Angebot richtet sich an Beschäftigte in den Standorten Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Brake und Emden. Die vorgeschlagenen Konditionen umfassen eine Laufzeit von einem Jahr sowie eine rückwirkende Lohnerhöhung von +3,4 %. Für Containerbetriebe seien zudem weitere Zahlungen vorgesehen.

Gewerkschaft prüft Angebot nach Warnstreiks

Die Gewerkschaft ver.di bewertete den Vorstoß des ZDS als eine geringfügige Verbesserung gegenüber dem vorangegangenen Stand. Bis zum kommenden Montag sollen nun Beratungen mit den Beschäftigten stattfinden, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Die Gewerkschaft fordert für die Seehäfen eine Entgeltsteigerung von 8,2 %, mindestens jedoch 2,50 Euro pro Stunde bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Zuvor hatte der ZDS in der dritten Verhandlungsrunde eine Erhöhung von +5,1 % rückwirkend ab dem 1. August 2026 bei einer Laufzeit von 18 Monaten sowie eine Mindestanhebung von 1,20 Euro pro Stunde angeboten. Ver.di hatte im Vorfeld der vierten Runde deutliche Nachbesserungen verlangt, insbesondere mit Blick auf die Laufzeit des Vertrages.

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, kam es bereits seit dem 17. August zu Warnstreiks in den Seehäfen, an deren Rückkopplung sich laut Gewerkschaftsangaben über 6.100 Personen beteiligten.

Weichenstellungen in der Metall- und Elektroindustrie

Zeitgleich bereitet sich die IG Metall auf die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie vor, von der über 3,7 Millionen Beschäftigte betroffen sind. Ziel der Gewerkschaft sei es, die Reallöhne mindestens zu sichern.

Eine Befragung unter 267.000 Teilnehmenden in 2.300 Betrieben ergab, dass 47,8 % der Befragten eine moderate und 35 % eine kräftige Erhöhung befürworten. Die aktuelle Betriebslage wurde von 31,7 % als gut und von 14,5 % als sehr gut bezeichnet, während 16,9 % sie als schlecht und 4,7 % als sehr schlecht einschätzten.

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Die wirtschaftlichen Sorgen der Arbeitnehmer beziehen sich laut der Erhebung vor allem auf die Lebenshaltung (68,9 %), die Gesundheit (58,5 %) sowie die Altersabsicherung (58,1 %) und den Arbeitsplatz (56,3 %). Die offizielle Forderung wird am 23. September beschlossen, die ersten Verhandlungen sind für den 7. Oktober angesetzt. Die IG Metall betonte zudem, dass eine Abkehr von der 35-Stunden-Woche strikt abgelehnt werde.

Abschlüsse und Verhandlungen im Handel und Dienstleistungssektor

In anderen Branchen zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Im hessischen Einzel- und Versandhandel wurde am Donnerstag ein Tarifabschluss für 240.000 Beschäftigte erzielt. Dieser sieht rückwirkend zum 1. Juli 2026 eine Entgelterhöhung von +3 % und zum 1. April 2027 weitere +2 % vor. Der tarifliche Mindestlohn in der unteren Lohngruppe steigt zum April 2027 auf 14,90 Euro.

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In Schleswig-Holstein wurde der Busverkehr in den kreisfreien Städten am Donnerstagmorgen wieder aufgenommen, nachdem ein zweitägiger Warnstreik beendet wurde. Rund 1.800 Beschäftigte im ÖPNV sowie 200 weitere im Kreis Plön waren betroffen. Ver.di fordert hier 6,5 % mehr Entgelt bei einer Laufzeit von 12 Monaten; die Gespräche werden am 22. September fortgesetzt.

Unterdessen endete die erste Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk in Düsseldorf nach rund drei Stunden ohne Ergebnis. Die IG BAU fordert für die Branche eine Erhöhung von 2 Euro pro Stunde, was in der untersten Lohngruppe einer Steigerung von über 13 % entsprechen würde.

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks wies dies zurück. Die nächste Runde ist für den 22. Oktober in Köln geplant. Im Saarland sagte die GDL einen für Mittwochabend angekündigten Streik bei der Saarbahn kurzfristig aus internen Gründen ab, bereite jedoch bereits den nächsten Arbeitskampf vor.

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