SEC, Klima-Offenlegungspflichten

SEC zieht Klima-Offenlegungspflichten zurück: Rückschlag für Investoren

03.06.2026 - 08:36:16 | boerse-global.de

Die US-Börsenaufsicht zieht ihre geplanten Klima-Offenlegungsregeln zurück. Investoren und Verbraucherschützer kritisieren den Schritt scharf.

SEC zieht Klima-Offenlegungspflichten zurück: Rückschlag für Investoren - Bild: über boerse-global.de
SEC zieht Klima-Offenlegungspflichten zurück: Rückschlag für Investoren - Bild: über boerse-global.de

Die US-Börsenaufsicht SEC will die 2024 beschlossenen Klima-Offenlegungspflichten für Unternehmen offiziell zurücknehmen. Ein herber Rückschlag für Investoren, die auf verlässliche Umweltdaten angewiesen sind.

SEC-Chef Atkins begründet den Schritt mit einem Überschreiten der rechtlichen Befugnisse. Die ursprünglichen Regeln, die mit knapper 3:2-Mehrheit verabschiedet worden waren, sollten Anlegern standardisierte Informationen über Umweltauswirkungen und Klimarisiken börsennotierter Firmen liefern. Doch die Vorschriften traten nie in Kraft – Gerichte stoppten sie nach Klagen von Wirtschaftsverbänden.

Unterstützung aus Wirtschaft und Politik

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Die Handelskammer und Vertreter von 25 US-Bundesstaaten begrüßen die Entscheidung als wichtigen Deregulierungsschritt für die amerikanische Wirtschaft. Verbraucherschützer hingegen kritisieren den Kurswechsel scharf. „Das schadet der Transparenz für Anleger“, heißt es aus Kreisen der Advocacy-Gruppen.

Das nun zur Abschaffung vorgesehene Regelwerk hätte umfassende Angaben verlangt: Treibhausgasemissionen, Strategien zum Umgang mit Klimarisiken, finanzielle Folgen von Extremwetterereignissen sowie Details zur CO?-Bepreisung und zur Aufsichtsratszuständigkeit für Klimafragen.

Flickenteppich statt einheitlicher Standards

Trotz des Rückzugs auf Bundesebene bleibt die Lage für Großkonzerne kompliziert. Kalifornien setzt weiterhin sein eigenes Klima-Transparenzgesetz durch. Weltweit haben rund 41 Länder eigene Berichtspflichten erlassen. Die SEC räumt der Öffentlichkeit nun 60 Tage Zeit für Stellungnahmen zum Vorschlag ein.

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Datenlücke droht – Forscher schlagen Alarm

Parallel zum SEC-Vorstoß laufen weitere Umweltprojekte aus. Die Regierung baut die Ocean Observatories Initiative ab – ein Netzwerk aus 900 Messinstrumenten im Wert von 368 Millionen Euro. Der Rückbau begann Anfang Juni und soll bis zu 15 Monate dauern. Die National Science Foundation begründet dies mit neuen Prioritäten, obwohl die jährlichen Betriebskosten mit rund 44 Millionen Euro vergleichsweise moderat sind.

Internationale Wissenschaftler reagieren besorgt. Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel hat angekündigt, US-Klimaforschungsdaten zu retten und zu sichern. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer Warnung der Weltwetterorganisation: Die Wahrscheinlichkeit eines El Niño-Ereignisses zwischen Juni und August dieses Jahres liege bei 80 Prozent – mit potenziell weiter steigenden globalen Temperaturen.

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