Scout24 erhöht Dividende vierte Mal: 455 Millionen Euro zurück
17.06.2026 - 20:23:05 | boerse-global.de
Mehrere deutsche Aktiengesellschaften haben auf ihren Jahreshauptversammlungen Strategien für das laufende Geschäftsjahr bestätigt und Beschlüsse gefasst. Besonders bei Scout24 und Cancom standen Aktionärsvergütungen im Fokus.
Scout24 plant umfangreiche Kapitalrückführung
Die Aktionäre der Scout24 SE stimmten in München sämtlichen Beschlussvorschlägen der Verwaltung mit großer Mehrheit zu. Ein zentraler Punkt: die vierte Dividendenerhöhung in Folge.
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Für das Geschäftsjahr 2025 schüttet das Unternehmen 1,50 Euro je Aktie aus. Das entspricht einem Plus von rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,32 Euro. Insgesamt will Scout24 im Jahr 2026 rund 455 Millionen Euro an die Anteilseigner zurückführen – unter anderem über das bereits ermächtigte Aktienrückkaufprogramm.
Eine Neuerung betrifft die Vergütungsstruktur des Aufsichtsrats: Die Mitglieder müssen künftig über vier Jahre Aktien im Wert von 100 Prozent ihrer Grundvergütung erwerben und halten. Der Ex-Dividenden-Tag liegt Mitte Juni, der Halbjahresbericht erscheint Anfang August.
Cancom und R. Stahl bestätigen Jahresziele
Auch der IT-Dienstleister Cancom hielt seine Hauptversammlung ab. Die Aktionäre bestätigten die vorgeschlagene Dividende von 1,00 Euro je Aktie für 2025 – stabil zum Vorjahr.
Das Management bekräftigte die Prognose für 2026: ein Umsatz zwischen 1,75 und 1,85 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) soll zwischen 110 und 130 Millionen Euro liegen. Strategisch setzt Cancom verstärkt auf Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität.
Bei der R. Stahl AG in Pfedelbach wurde die Prognose ebenfalls bestätigt. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von 285 bis 300 Millionen Euro und ein EBITDA zwischen 22 und 27 Millionen Euro. Die meisten Tagesordnungspunkte wurden angenommen – darunter der Fokus auf das Effizienzprogramm NEXUS. Keine Zustimmung fand dagegen die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien. Die Aktionärspräsenz lag bei 78,71 Prozent.
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Kritik im Vorfeld der Volkswagen-Hauptversammlung
Ganz anders sieht es bei Volkswagen aus. Umweltverbände und kritische Aktionäre bemängeln den Dividendenvorschlag von 5,20 Euro je Stammaktie und 5,26 Euro je Vorzugsaktie. Angesichts eines Gewinnrückgangs um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro gilt die geplante Gesamtausschüttung von rund 2,6 Milliarden Euro als zu hoch.
Parallel dazu steht der VW-Standort Osnabrück unter Druck. Die Produktion des T-Roc Cabrio wurde auf eine 4-Tage-Woche gedrosselt. Da die Zukunft des Werks über 2027 hinaus ungewiss ist, laufen bereits Gespräche mit Rüstungsunternehmen über mögliche Kooperationen. Die VW-Aktie reagierte im Vorfeld des Aktionärstreffens mit Kursverlusten.
