Schwerbehinderte: 1,14 Millionen beschäftigt, aber Quote verfehlt
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 22:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zahl der beschäftigten Schwerbehinderten in Deutschland hat 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Rund 1,14 Millionen Menschen mit Behinderung arbeiteten in Betrieben ab 20 Mitarbeitern – ein Anstieg von 1,5 Prozent zum Vorjahr. Zum Vergleich: Der allgemeine Arbeitsmarkt wuchs im selben Zeitraum nur um 0,4 Prozent.
Trotz dieser positiven Entwicklung klafft eine gewaltige Lücke: Während 77,2 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter einen Job haben, sind es bei Schwerbehinderten nur 50,9 Prozent.
Viele Arbeitgeber zahlen lieber Strafe
Die gesetzliche Pflicht ist klar: Unternehmen ab 20 Mitarbeitern müssen fünf Prozent ihrer Stellen mit Schwerbehinderten besetzen. Doch die Realität sieht anders aus. Von den rund 181.000 anzeigepflichtigen Betrieben erfüllt nur gut ein Drittel die Quote vollständig. 25 Prozent beschäftigen gar keinen Schwerbehinderten und zahlen stattdessen die Ausgleichsabgabe.
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Immerhin: 39 Prozent der Arbeitgeber kommen ihrer Pflicht komplett nach, weitere 36 Prozent zumindest teilweise.
Paradox: Hohe Qualifikation, hohe Arbeitslosigkeit
Gleichzeitig steigt die Arbeitslosigkeit unter Schwerbehinderten. 2025 waren rund 185.000 Betroffene ohne Job – ein Plus von 5,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt mit 12 Prozent etwa doppelt so hoch wie im Bundesschnitt.
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Das Besondere: 52 Prozent der arbeitslosen Schwerbehinderten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium. Bei allen Arbeitslosen sind es nur 45 Prozent. Daniel Terzenbach, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, sieht darin ein enormes ungenutztes Potenzial. Angesichts des Fachkräftemangels in vielen Branchen sei diese Gruppe eine „wichtige Ressource“ – der Nachholbedarf bei der beruflichen Teilhabe bleibe aber groß.
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