Schweizerschulen, Ausland

Schweizerschulen im Ausland: Bund spart 7,9 Millionen Franken

04.06.2026 - 23:26:10 | boerse-global.de

Die Schweiz stimmt über Zivildienst-Reform und Zuwanderungsinitiative ab. Parallel eskalieren Konflikte um Lehrplan und Schulsparen.

Schweizer Abstimmungen: Zivildienst, Zuwanderung und Bildungsreformen
Schweizerschulen - Junge Erwachsene in einem modernen Klassenzimmer, die aufmerksam zuhören oder diskutieren, mit einem Hauch von Schweizer Kontext. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Abstimmungskampf um Zivildienst und Zuwanderung

Mitte Juni stimmt die Schweiz über die Revision des Zivildienstgesetzes ab. Hintergrund: Die Zahl der Zivildienstleistenden stieg 2025 auf über 7.200. Das Reformpaket sieht sechs Maßnahmen vor – darunter eine jährliche Einsatzpflicht und Einschränkungen für Mediziner. Ziel ist es, den Zivildienst gegenüber dem Armeedienst weniger attraktiv zu machen. Der Bundesrat rechnet bei Annahme mit einem Rückgang der Gesuche um rund 40 Prozent.

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Eine SRG-Umfrage von Ende Mai zeigt ein knappes Bild: 48 Prozent sind für die Gesetzesänderung, 46 Prozent dagegen. Parallel stimmt die Schweiz über die SVP-Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“ ab. Hier zeichnet sich eine Ablehnung ab: 52 Prozent der Befragten lehnen das Begehren ab. Besonders deutlich ist der Widerstand bei den Auslandschweizern – hier liegt die Ablehnungsrate bei 63 Prozent.

Streit um den Lehrplan 21

Im Kanton Basel-Landschaft eskaliert der Streit um die Ausrichtung der Volksschule. Eine Mehrheit des Landrats unterstützt eine Motion, die eine Abkehr vom kompetenzorientierten Lehrplan 21 fordert. Stattdessen sollen Lerninhalte wieder direkt im Gesetz festgeschrieben werden. Bildungsdirektorin Monica Gschwind lehnt das ab.

Zusätzlich ist eine Initiative zustande gekommen, die die rund 3.500 Kompetenzbeschreibungen auf maximal 1.000 reduzieren will. Kritiker bezeichnen das aktuelle System als zu unübersichtlich und schwammig. Die Bildungsdirektion will an der bestehenden Struktur festhalten. Das Stimmvolk entscheidet voraussichtlich in den nächsten 18 Monaten.

Sparkurs bedroht Schweizerschulen im Ausland

Der Dachverband educationsuisse wehrt sich gegen geplante Kürzungen im Entlastungspaket 2027. Der Bund will die Beiträge an Schweizerschulen im Ausland bis 2028 um insgesamt 7,9 Millionen Franken senken. Allein 2027 sind 2,1 Millionen Franken weniger vorgesehen, 2028 folgen weitere 5,8 Millionen.

Der Verband kritisiert, dass die Schulen überproportional von den Sparmaßnahmen im Bundesamt für Kultur betroffen wären. Bereits in der Kulturbotschaft 2024–2028 wurden 5,6 Millionen Franken gestrichen. Trotz der Unsicherheiten fand im März 2026 in Mailand eine Europakonferenz der Schulleitenden statt – Thema: selbstwirksames Lernen.

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Eine Bestandsaufnahme zum 50-jährigen Bestehen der Bildungsrevolution zeigt eine massive Expansion. Die Zahl der Studierenden stieg von 30.000 auf über 200.000. Doch die Chancengleichheit bleibt ein Problem: 52 Prozent der Universitätsstudierenden stammen aus Akademikerhaushalten. Kinder aus bildungsnahen Familien haben eine fast sechsmal höhere Wahrscheinlichkeit, ein Langzeitgymnasium zu besuchen oder zu studieren.

Auch der Fremdsprachenunterricht bleibt umstritten. In Basel-Stadt votierte eine knappe Mehrheit von 51 Prozent für die Beibehaltung des Frühfranzösisch-Unterrichts ab der 3. Klasse. In Basel-Landschaft und Solothurn gibt es Tendenzen zu einem späteren Beginn. Die Prüfung verschiedener Varianten soll bis Sommer 2027 abgeschlossen sein.

Im Kanton Bern stimmt das Volk im September 2026 über eine Bildungsinitiative ab. Das von Bildung Bern lancierte Begehren will hohe Bildungsqualität mit ausreichend Mitteln und qualifiziertem Personal als Verfassungsauftrag verankern. Der Grosse Rat hatte die Initiative im März 2026 abgelehnt.

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