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Schweizer KMU: Nur 11,5% versichert gegen Cyberattacken

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deloitte-Studie: Fast jedes zweite Schweizer KMU meldet Cybervorfälle, doch nur wenige sehen hohe Risiken. Schutzmaßnahmen und Versicherungen sind lückenhaft.

Schweizer KMU: Cyberangriffe häufiger als befürchtet, Schutzlücken bleiben
Ein konzentrierter Mitarbeiter in einem Schweizer Büro vor einem Laptop, im Hintergrund ein Server-Rack mit Blinklichtern. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine aktuelle Untersuchung des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Bedrohungslage und der Risikowahrnehmung in Schweizer kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Während ein erheblicher Teil der Belegschaft bereits mit Cyberangriffen konfrontiert wurde, stufen nur wenige Befragte das Risiko für ihr eigenen Betrieb als hoch ein.

Diskrepanz zwischen Vorfällen und Risikoeinschätzung

Laut der im August vorgestellten Studie gaben 49 % der 924 befragten Schweizer KMU-Mitarbeitenden an, in den letzten drei Monaten einen Cybervorfall erlebt zu haben. Trotz dieser hohen Betroffenheit stufen lediglich 22 % der Befragten das Risiko eines Cyberangriffs für ihr Unternehmen als hoch ein.

Besonders deutlich tritt diese Fehleinschätzung bei Kleinfirmen hervor: Dort berichteten 38 % der Angestellten von einem Cybervorfall, doch nur 15 % sehen darin eine hohe Gefahr für den Betrieb.

Die Datengrundlage der Ergebnisse bildet eine repräsentative Online-Umfrage, die im April 2026 unter KMU-Angestellten in der Schweiz durchgeführt wurde. In der Gesamtbewertung erreicht der KMU-Cybersicherheitsindex lediglich 58 von 100 möglichen Punkten, was auf erheblichen Nachholbedarf bei den Schutzmaßnahmen hindeutet.

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Technische Schutzmaßnahmen und Versicherungsabdeckung

In Bezug auf die technische Absicherung zeigt die Untersuchung ein gemischtes Bild. Während 66 % der befragten Unternehmen eine Multifaktor-Authentifizierung (MFA) einsetzen, nutzen deutlich weniger Betriebe modernere oder zentralisierte Verfahren. Den Angaben zufolge setzen jeweils nur 45 % der KMU auf passwortlose Authentifizierung oder Single Sign-On (SSO) Lösungen.

Ein weiteres Defizit offenbart sich beim finanziellen Risikomanagement. Nach Angaben des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV), die in der Analyse berücksichtigt wurden, sind aktuell nur 11,5 % der Schweizer Unternehmen gegen die Folgen von Cyberattacken versichert. Damit bleibt ein Großteil der Firmen im Falle eines erfolgreichen Angriffs auf den potenziell existenzbedrohenden Kosten sitzen.

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Verschärfung der Bedrohung durch Künstliche Intelligenz

Die Studienautoren weisen zudem auf eine qualitative Veränderung der Bedrohungslage hin. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) durch Cyberkriminelle führe dazu, dass Angriffe zunehmend schneller, skalierbarer und gezielter ausgeführt werden können. Die Technologie ermögliche es Angreifern, Barrieren effizienter zu überwinden und personalisierte Attacken in großer Zahl zu automatisieren.

Angesichts dieser Entwicklung unterstreicht die Untersuchung die Notwendigkeit für Schweizer KMU, nicht nur in technische Abwehrsysteme zu investieren, sondern auch das Bewusstsein für die realen Gefahren auf allen Hierarchieebenen zu schärfen. Die aktuelle Stagnation bei der Risikowahrnehmung könne andernfalls zu einer gefährlichen Sicherheitslücke im Schweizer Wirtschaftsgefüge führen.

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