Schwarzmarkt, Spielautomaten

Schwarzmarkt für Spielautomaten: Mindestens 60.000 Geräte in Deutschland

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 21:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GdP und Automatenwirtschaft verlangen mehr Behördenkooperation und neue Ermittlungsinstrumente gegen unerlaubte Spielautomaten.

Illegales Glücksspiel: GdP und Automatenwirtschaft fordern schärfere Maßnahmen
Ein dunkler, schmaler Flur in einem alten Gebäude, der auf eine geschlossene, abgenutzte Holztür zuführt. Illustration mit AI erstellt.

In einem gemeinsamen Forderungspapier dringen die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Branchenverband Die Deutsche Automatenwirtschaft auf ein entschlossenes Vorgehen gegen das illegale Glücksspiel in Deutschland.

Wie Berichte vom 27. September 2026 darlegen, mahnen beide Organisationen eine verbesserte Vernetzung der zuständigen Behörden, den Einsatz moderner technischer Mittel, regulatorische Anpassungen sowie einen deutlich gestärkten Vollzug an.

Verlagerung in die Gastronomie und Vereinsräume

Nach Schätzungen der GdP und der Deutschen Automatenwirtschaft sind bundesweit derzeit noch etwa 160.000 legale Glücksspiel-Automaten aufgestellt. Diese Zahl liege um 100.000 Geräte unter dem Stand von vor zehn Jahren.

Dem stehe ein florierender Schwarzmarkt gegenüber: Schätzungen der beiden Organisationen zufolge beläuft sich die Zahl der illegal betriebenen Automaten auf mindestens 60.000 oder sogar mehr als 100.000 Exemplare. Diese nicht genehmigten Geräte würden häufig in gewerblichen Betrieben wie Kneipen sowie in den Hinterzimmern von Vereinen aufgestellt und betrieben.

Forderung nach neuen Ermittlungsbefugnissen

Um den Vollzug gegen unerlaubte Spielangebote zu intensivieren, schlagen der Branchenverband und die Gewerkschaft mehrere tiefgreifende rechtliche Instrumente vor. Dazu gehört eine gesetzliche Beweislastumkehr bei unklarer Herkunft von Vermögenswerten. Auf diesem Weg soll der Zugriff auf Vermögen ermöglicht werden, wenn dessen legale Herkunft nicht nachgewiesen werden kann.

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Darüber hinaus regen die GdP und Die Deutsche Automatenwirtschaft an, das banden- und gewerbsmäßige unerlaubte Glücksspiel in den gesetzlichen Katalog für Maßnahmen der Quellen-Telekommunikationsüberwachung – den Einsatz von Staatstrojanern – aufzunehmen.

Zudem plädieren beide Akteure dafür, die aus solchen Verfahren abgeschöpften Taterträge teilweise den Polizeihaushalten der Bundesländer zuzuführen, um die behördlichen Ermittlungskapazitäten zu stärken.

Forderungen aus den Reihen der Bundespolitik

Auch innerhalb der Politik wird über weitergehende gesetzliche Schritte debattiert. Der SPD-Politiker Sebastian Fiedler sprach sich laut Berichten für eine konsequente Bekämpfung der illegalen Machenschaften aus und forderte zusätzlich größere Mindestabstände zwischen Spielhallen und Wettbüros.

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Die Grünen-Abgeordnete Lena Gumnior legte den Fokus ebenfalls auf finanzielle Sanktionen und verlangte eine konsequente Abschöpfung und Einziehung von Taterträgen. Gleichzeitig unterstrich sie die Notwendigkeit von umfassenden Aufklärungs- und Präventionsprogrammen im Bereich des Spielerschutzes.

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