Schwarzarbeit: Hauptzollamt Dresden leitet 3.500 Verfahren ein
07.06.2026 - 21:19:24 | boerse-global.de
Die Einsätze richteten sich gegen Schwarzarbeit, illegales Glücksspiel und Verstöße im grenzüberschreitenden Verkehr. Die Beamten leiteten zahlreiche Strafverfahren ein und stellten umfangreiches Beweismaterial sicher.
Schwerpunkt Hannover: Illegale Spielautomaten und Lachgas
Am 5. Juni kontrollierten Stadt Hannover, Zoll und Polizei 15 Betriebe im Westen der Stadt. Die Bilanz: Verstöße gegen Steuer-, Gewerbe-, Bauordnungs- und Jugendschutzrecht. Die Beamten deckten illegales Glücksspiel auf und beschlagnahmten mehrere Spielautomaten. Zudem stellten sie Lachgasprodukte sicher – deren Verkauf zu Konsumzwecken ist seit April 2026 verboten.
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Im Stadtteil Ricklingen führte der Einsatz zu Durchsuchungen von Wohnungen und Fahrzeugen. Hintergrund: Hinweise auf Handel mit Betäubungsmitteln. Insgesamt leiteten die Behörden elf Strafverfahren ein – unter anderem wegen Kokainhandels und Verstößen gegen das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG).
Grenzkontrolle auf der A61: Haftbefehl vollstreckt
Parallel dazu kontrollierten Polizei und Zoll auf der Autobahn 61 bei Frankenthal den grenzüberschreitenden Verkehr – bis in die Nacht zum 6. Juni. Die Beamten überprüften 270 Personen und 135 Fahrzeuge. Sie vollstreckten einen Haftbefehl und leiteten über 20 Verfahren ein. Die Vorwürfe reichen von Fahren ohne Fahrerlaubnis bis zu Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Einen illegal eingeführten Hundewelpen übergaben die Beamten dem Tierschutz.
Schwarzarbeit im Handwerk nimmt zu
Branchenvertreter schlagen Alarm: Die Schwarzarbeit im Bau- und Ausbaugewerbe sowie im Friseurhandwerk nimmt zu. Die Handwerkskammer Dresden macht die schwierige Konjunkturlage dafür verantwortlich. Das ifo-Institut in Dresden sieht hohe Steuern, Sozialabgaben und stagnierende Realeinkommen als wesentliche Treiber.
Die Dimension zeigt ein Blick auf die Zahlen des Hauptzollamts Dresden: Im Jahr 2025 leitete die Behörde rund 3.500 Ermittlungsverfahren und über 900 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Die Schadenssumme: rund 14 Millionen Euro. Kammervertreter fordern deshalb verstärkte Schwerpunktkontrollen – zum Schutz legal arbeitender Betriebe.
Berlin: Organisierte Kriminalität legt zu
Ein am 5. Juni veröffentlichter Lagebericht des Landeskriminalamts Berlin zeigt einen Anstieg der Kriminalität in organisierten Strukturen. Die Behörden verzeichneten ein Plus von zwölf Prozent bei den Straftaten in diesem Segment. Zentrales Instrument der Bekämpfung: die Vermögensabschöpfung.
Neue EU-Richtlinie zwingt Gewerbe zur Sanierung
Doch nicht nur Kontrollen setzen die Betriebe unter Druck – auch neue gesetzliche Vorgaben. Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) und das deutsche Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) verschärfen die Sanierungspflichten. Bis 2030 müssen die energetisch schlechtesten 16 Prozent der Gewerbegebäude saniert werden.
Ab dem 31. Dezember 2026 gilt zudem eine Photovoltaik-Pflicht für neue Nichtwohngebäude mit mehr als 250 Quadratmetern Fläche. Und ab 2027 kommen erweiterte Anforderungen an die Ladeinfrastruktur auf gewerblichen Parkplätzen.
Homeoffice: Kündigung wegen Arbeitszeitbetrug oft unwirksam
Auch das Arbeitsrecht setzt neue Rahmenbedingungen. Das Arbeitsgericht Bochum entschied im Frühjahr 2026: Kündigungen wegen des Verdachts auf Arbeitszeitbetrug im Homeoffice können unwirksam sein. Voraussetzung: Der Arbeitgeber informierte den Betriebsrat nicht ordnungsgemäß über die Überwachungsmodalitäten oder versäumte gesetzliche Fristen für eine Verdachtskündigung. Im konkreten Fall ordnete das Gericht die Weiterbeschäftigung der betroffenen Mitarbeiter an.
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