Schwankende Arbeitszeiten: Gesundheitsrisiko steigt von 28% auf 38%
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Untersuchung der University of Illinois verdeutlicht die negativen Auswirkungen unregelmäßiger Arbeitspläne auf die Gesundheit von Beschäftigten.
Laut der am 18. August 2026 in der Fachzeitschrift SSM – Population Health veröffentlichten Studie führt eine hohe Variabilität der wöchentlichen Arbeitsstunden zu einem messbaren Anstieg gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Die Forscher analysierten dafür Daten von mehr als 61.000 US-Beschäftigten.
Methodik und Datengrundlage der Untersuchung
Die Wissenschaftler stützten ihre Ergebnisse auf Daten des Current Population Survey. Die Stichprobe umfasste Arbeitnehmer im Alter zwischen 18 und 64 Jahren. Über einen Untersuchungszeitraum von insgesamt 16 Monaten wurde beobachtet, wie sich Schwankungen in der wöchentlichen Arbeitszeit auf das Wohlbefinden und die Erwerbsfähigkeit der Teilnehmer auswirken.
Die Studie differenziert dabei zwischen den Folgen für männliche und weibliche Erwerbstätige, wobei in beiden Gruppen signifikante Risiken identifiziert wurden.
Deutliche Risikosteigerung bei männlichen Arbeitnehmern
Für Männer, die während des gesamten Beobachtungszeitraums in ihrem Job verblieben, ergab die Analyse eine klare Korrelation zwischen der Arbeitszeitgestaltung und dem Gesundheitszustand. Bei einer stabilen Arbeitswoche von 40 Stunden liege die Wahrscheinlichkeit für eine Verschlechterung der Gesundheit bei 28%.
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Dieser Wert erhöhe sich jedoch deutlich, sobald die Arbeitszeiten stark schwanken. Bei einer maximalen Volatilität der Wochenstunden steige das Risiko einer gesundheitlichen Verschlechterung laut den Studienergebnissen auf 38%. Die Forscher sehen darin einen Beleg für die physische und psychische Belastung, die mit unvorhersehbaren Arbeitspensen einhergeht.
Geschlechtsspezifische Reaktionen und Erwerbseinschränkungen bei Frauen
Bei Frauen stellten die Wissenschaftler fest, dass volatile Arbeitszeiten häufig zu schwerwiegenden Konsequenzen für die weitere Karriereplanung und die langfristige Gesundheit führen. Das Risiko einer gesundheitsbedingten Erwerbseinschränkung steige bei maximaler Volatilität der Arbeitsstunden von 2,5% auf 8% an.
Zudem beobachteten die Forscher ein spezifisches Verhaltensmuster bei weiblichen Beschäftigten: Frauen reagieren auf stark schwankende Arbeitszeiten demnach eher mit einer Reduzierung ihrer Stunden oder scheiden komplett aus dem Erwerbsleben aus. Die Volatilität im Dienstplan wird somit zu einem Faktor, der nicht nur die individuelle Gesundheit gefährdet, sondern auch die personelle Stabilität in Unternehmen beeinträchtigen kann.
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Die Ergebnisse der University of Illinois unterstreichen die Bedeutung verlässlicher Arbeitszeitmodelle. Während Flexibilität oft als Vorteil gerahmt wird, deuten diese Daten darauf hin, dass eine zu hohe Unvorhersehbarkeit der Arbeitslast eine erhebliche Belastung für die Belegschaft darstellt.
