Schutzausrüstung: Passgenauigkeit schützt Feuerwehrfrauen vor Unfällen
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Freiwillige Feuerwehr der Samtgemeinde Wathlingen stattet ihre Einsatzkräfte mit neuer persönlicher Schutzausrüstung aus. Jedes Mitglied erhält zwei Paar Schutzhandschuhe, die für unterschiedliche Einsatzszenarien ausgelegt sind: ein Paar für die technische Hilfeleistung und ein weiteres speziell für den Brandeinsatz. Für Atemschutzgeräteträger umfasst das Paket darüber hinaus eine Flammschutzhaube, die mit einer Partikelschutzmembran versehen ist.
Die Beschaffung knüpft an vorangegangene Modernisierungsschritte der Feuerwehr an. Nachdem bereits zuvor neue Helme ausgegeben worden waren, beschaffte die Feuerwehr im Jahr 2025 neue Einsatzjacken und Einsatzhosen. Mit den Schutzhandschuhen und Flammschutzhauben wird die Einkleidung der Feuerwehrleute nun gezielt um Komponenten für den Hand- und Kopfschutz erweitert.
Gemeinsame Beschaffung unterschreitet Haushaltsansatz
Organisiert wurde die jüngste Anschaffung als geschlossene Bestellung über alle Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde hinweg. Durch dieses gemeinsame Vorgehen gelang es, die veranschlagten Haushaltsmittel deutlich zu unterschreiten.
Die Schutzhandschuhe sind auf die spezifischen Anforderungen im Einsatzalltag abgestimmt, um sowohl bei technischen Rettungseinsätzen mechanischen Schutz zu gewährleisten als auch bei Bränden vor hohen thermischen Belastungen zu schützen. Die Flammschutzhauben mit Partikelschutzmembran zielen darauf ab, Atemschutzgeräteträger am Übergang zwischen Maske und Einsatzkleidung vor gefährlichen Brandpartikeln und Rußpartikeln abzuschirmen.
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Passform und Arbeitsschutz rücken branchenweit in den Fokus
Die bedarfsgerechte und passgenaue Ausrüstung von Einsatzkräften ist auch überregional ein wichtiges Thema im Arbeitsschutz. Wie der Textildienstleister Mewa unter Verweis auf eine Studie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen aufzeigt, besteht insbesondere bei weiblichen Kräften ein erhöhtes Gefahrenpotenzial: Feuerwehrfrauen haben demnach ein doppelt so hohes Unfallrisiko wie ihre männlichen Kollegen. Als eine Ursache dafür gilt schlecht sitzende Schutzkleidung.
Auch in klassischen Handwerks- und Industrieberufen wächst der Bedarf an passender Schutzkleidung für Frauen. Nach Angaben von Mewa beträgt der Frauenanteil im Handwerk mittlerweile rund ein Fünftel aller Beschäftigten. Während der Anteil im Baugewerbe bei circa 15 Prozent liegt, erreicht er im Ausbaugewerbe rund 40 Prozent. Zudem werden etwa 20 Prozent der Handwerksbetriebe von Inhaberinnen oder Geschäftsführerinnen geführt.
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Der Anbieter Mewa, der im Jahr 2025 einen Umsatz von 967,9 Millionen Euro erzielte, stattet nach eigenen Angaben 1,1 Millionen Beschäftigte mit Berufskleidung aus und versorgt 3,1 Millionen Nutzer mit Mehrwegtüchern. Das Unternehmen zählt an 54 Standorten 6.400 Mitarbeitende und betreut rund 200.000 B2B-Kunden.
Entwicklungen wie die standardisierte Beschaffung in Wathlingen und wissenschaftliche Erhebungen verdeutlichen, dass Schutzstandards und Passgenauigkeit bei Schutzausrüstungen für Rettungs- und Arbeitskräfte gleichermaßen an Bedeutung gewinnen.
