Schulwegsicherheit, Heilbronner

Schulwegsicherheit: Heilbronner Polizei zählt über 600 Verstöße bei Kontrollen

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 18:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

2025 wurden fast 90.700 Schulwegunfälle registriert; Verbände verlangen sichere Wege und weniger Elterntaxiverkehr.

Schulwegsicherheit: Kontrollen decken zahlreiche Verstöße auf
Ein leerer Fußgängerüberweg vor einem Schulgebäude am frühen Morgen bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Polizeidienststellen und zivilgesellschaftliche Bündnisse haben zum Beginn des Schuljahres bundesweit die Maßnahmen zur Verkehrssicherheit von Kindern intensiviert. Neben gezielten Schulwegtrainings und polizeilichen Kontrollaktionen vor Schulen fordern Initiativen eine sichere Infrastruktur für den Schülertransport und den Fußverkehr.

Hintergrund der Initiativen sind unter anderem statistische Erhebungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, wonach es im Jahr 2025 deutschlandweit fast 90.700 Schulwegunfälle gab. Dies entspricht einem Anstieg von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wobei die meisten betroffenen Kinder und Jugendlichen mit dem Fahrrad unterwegs waren.

Zahlreiche Verstöße bei polizeilichen Schwerpunktkontrollen

Die polizeilichen Überprüfungen im Umfeld von Bildungseinrichtungen deckten in mehreren Regionen zahlreiche Regelverstöße auf. Das Polizeipräsidium Ulm verzeichnete seit dem Schulbeginn 2026 bei rund 300 Kontrollaktionen insgesamt 303 Beanstandungen.

Darunter waren 95 Fälle, in denen Eltern den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten, sowie 34 nicht oder fehlerhaft gesicherte Kinder. Weitere Verstöße betrafen unter anderem 24-mal unerlaubtes Telefonieren am Steuer, 25-mal falsches Halten oder Parken, sieben Fehlverhalten an Fußgängerüberwegen, elf Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie 20 Mängel an Fahrrädern.

Regional entfielen 135 Verstöße auf den Landkreis Göppingen, 66 auf den Landkreis Heidenheim, 53 auf den Landkreis Biberach und 49 auf den Bereich Ulm und Alb-Donau-Kreis.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn endete die landesweite Aktion „Sicherer Schulweg“ mit über 600 beanstandeten Verstößen bei 430 durchgeführten Kontrollen. 164 Beanstandungen standen im Zusammenhang mit fehlenden Gurten oder mangelhafter Kindersicherung, 112 betrafen die Geschwindigkeit, insbesondere in Tempo-30-Zonen vor Schulen.

Zudem erfasste die Behörde 81 Parkverstöße an Geh- und Radwegen sowie Bushaltestellen. Bei der Kontrolle von 18 Schulbussen und Linienbussen des öffentlichen Personennahverkehrs registrierten die Beamten Mängel am technischen Zustand, Verstöße gegen die Versicherungspflicht sowie fehlende Qualifikationen von Berufskraftfahrern.

Auch kommunale Ordnungsämter kontrollierten die Schulwege. In Freiburg führten Geschwindigkeitsmessungen in den ersten beiden Wochen des Schuljahres an 22 Messstellen bei 3.407 Fahrzeugen zu 119 Beanstandungen, was einer Quote von über 96 Prozent unbeanstandeter Fahrzeuge entspricht.

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Bei Kontrollen zum Schuljahresbeginn stellten Polizeidienststellen allein im Bereich Heilbronn über 600 Verstöße fest — die meisten betrafen fehlende Gurte, mangelhafte Kindersicherung und zu schnelles Fahren vor Schulen. Wer sein Kind morgens bringt, kann die häufigsten Fehler mit einer kurzen Checkliste vermeiden. Kostenlosen Schulweg-Leitfaden anfordern

Vor 22 Freiburger Schulen registrierte der Gemeindevollzugsdienst zugleich 159 Parkverstöße durch den Hol- und Bringverkehr. In Oberhausen stellten Polizei und Ordnungsdienst am 22. September fest, dass innerhalb von 45 Minuten 52 Fahrzeuge unberechtigt die an eine Grundschule angrenzende Fußgängerzone an der Lothringer Straße befuhren.

Bündnisse fordern Entlastung vom Elterntaxiverkehr

Parallel zu den polizeilichen Maßnahmen rückten zivilgesellschaftliche Verbände das Verkehrsverhalten der Eltern in den Fokus. An den am 21. September gestarteten Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“, getragen von einem Bündnis aus Deutschem Kinderhilfswerk (DKHW), Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Verband Bildung und Erziehung (VBE), beteiligten sich zehntausende Kinder.

Im Rahmen der Initiative wurden für das Jahr 2026 unter anderem das Kinderhaus Westerham in Bayern, die JONA Schule Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern sowie die Grundschule am Wiehen im nordrhein-westfälischen Minden als Gewinnerprojekte ausgezeichnet.

Eine vom Bündnis beauftragte forsa-Umfrage ergab, dass ein Fünftel der befragten Eltern den Schulweg als unsicher einstuft; in Großstädten liegt dieser Anteil bei einem Viertel. Rund 13 Prozent der Befragten berichteten von mindestens wöchentlichen Gefahrensituationen durch sogenannten Elterntaxiverkehr. Das Bündnis fordert deshalb die Ausweisung von Tempo-30-Zonen, sichere Querungsstellen und autofreie Schulstraßen.

Praxisnahe Verkehrserziehung in Kommunen und Schulen

Ergänzend zu den Kontrollen setzten Schulen und Kommunen auf praktische Vermittlung. In Oelde trainierten Erst- und Zweitklässler am 1. Oktober 2026 mit der Polizei die Grundlagen des Straßenüberquerens.

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Ein Fünftel der Eltern hält den Schulweg für unsicher, in Großstädten sogar ein Viertel — und rund 13 Prozent erleben wöchentlich gefährliche Situationen durch Elterntaxis. Wer die eigene Route sicherer machen will, findet hier die wichtigsten Schritte: vom Prüfen der Querungsstellen bis zum Trainieren mit dem Kind. Schritt-für-Schritt Schulweg-Training starten

In Maikammer beteiligten sich am 29. September 2026 insgesamt 15 Grundschulkinder an einer Geschwindigkeitskontrolle der Polizeiinspektion Edenkoben, bei der zu schnelles Fahren mit symbolischen Rückmeldungen beanstandet wurde. Für den 6. Oktober 2026 ist in Lünen zudem der 39. Verkehrserziehungstag im Heinz-Hilpert-Theater mit rund 900 Erstklässlern angesetzt.

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