Schulpersonal NRW: 166.000 Stellen besetzt, doch 4.822 Lücken bleiben
03.06.2026 - 16:18:41 | boerse-global.deNordrhein-Westfalen meldet einen historischen Höchststand bei Schulpersonal: Über 166.000 Stellen sind besetzt. Doch die Lücke bleibt groß.
Die Landesregierung hat die Zahl der Beschäftigten an Schulen in den letzten vier Jahren um rund 12.600 erhöht – das ist der stärkste Personalzuwachs seit vier Jahrzehnten. Dennoch klafft eine erhebliche Lücke: 4.822 Planstellen sind unbesetzt, der Gesamtbedarf liegt bei knapp 174.000 Positionen. Seit 2022 wurden mehr als 30.000 Neueinstellungen vorgenommen, darunter über 25.000 Lehrkräfte.
Wo viele Menschen zusammenarbeiten, ist Mitbestimmung das Fundament für faire Bedingungen – dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Rechte im Betrieb rechtssicher durchsetzen. Das Herzstück der Mitbestimmung: Jetzt Gratis-Leitfaden zu § 87 BetrVG sichern
Warum der Bedarf weiter steigt
Die steigende Nachfrage nach Personal hat mehrere Ursachen. Wachsende Schülerzahlen, der Ausbau des Ganztags und die Anforderungen der Inklusion treiben den Bedarf. Die Landesregierung hat deshalb einen Rekordetat von 43,4 Milliarden Euro für die Bildung bereitgestellt. Ministerpräsident Hendrik Wüst und Schulministerin Dorothee Feller betonten: Der Zuwachs sei der größte seit 40 Jahren – doch der Druck bleibe hoch.
Schulleitungen am Limit
Parallel zum Personalreport zeigt eine neue Studie der Wübben-Stiftung: Die Schulleitungen in NRW arbeiten am Anschlag. Der „Schulleitungsmonitor" befragte 1.357 Schulleiter. Mehr als die Hälfte arbeitet 41 bis 50 Stunden pro Woche, 43 Prozent sogar mehr als 50 Stunden. 86 Prozent der Befragten gaben an, zu wenig Zeit für ihre Aufgaben zu haben. 45,5 Prozent fühlen sich mental erschöpft, etwa jeder Fünfte zeigt Burnout-Symptome.
Zwar empfinden rund 80 Prozent weiterhin Freude an ihrer Arbeit – doch ebenso viele sind unzufrieden mit der Unterstützung durch das Schulministerium und die Schulaufsicht.
Gewerkschaft fordert mehr Investitionen
Auf einer Gewerkschaftskonferenz in Essen vergangenes Wochenende thematisierte die GEW NRW die Krise. Die Bildungsgewerkschaft, die rund 46.000 Mitglieder vertritt, wählte Ayla Çelik mit 96,9 Prozent erneut zur Landesvorsitzenden. Ein Leitantrag mit dem Titel „Bildung in Verantwortung – Demokratie stärken" fordert mehr Investitionen, bessere Arbeitsbedingungen und mehr demokratische Beteiligung in Schulen.
Ob Arbeitszeit oder Gesundheitsschutz – starke Betriebsvereinbarungen sind das wichtigste Werkzeug für Arbeitnehmervertreter, um echte Verbesserungen für die Belegschaft zu erreichen. Kostenlose Muster-Betriebsvereinbarung und Checklisten hier herunterladen
Neue Herausforderungen: Ganztag und G9-Lücke
Der ab dem Schuljahr 2026/27 geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder verschärft die Lage. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert für NRW den größten Ausbaubedarf bundesweit – eine Lücke von 45.300 Plätzen. Das Bundesfamilienministerium meldet für das kommende Schuljahr bereits 65.000 fehlende Plätze, eine Zahl, die bis Ende des Jahrzehnts deutlich steigen dürfte.
Hinzu kommt eine strukturelle Besonderheit: Durch die Rückkehr zu G9 gibt es 2026 keinen regulären Abiturjahrgang. Das führt zu Engpässen bei Bewerbern für Polizei, duale Studiengänge und regionale Unternehmen. Sie müssen nun verstärkt auf Studienabbrecher oder Bewerber aus anderen Bundesländern zurückgreifen.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
Für. Immer. Kostenlos.
