Schulbau in Bochum: 90-Millionen-Euro-Projekt für 1.400 Schüler ausgeschrieben
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 12:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehrere deutsche Städte forcieren den Ausbau und die Modernisierung ihrer Bildungslandschaft. Mit neuen Ausschreibungen, baulichen Vorbereitungen und der Festlegung zentraler Vergabekriterien bringen Kommunen derzeit zahlreiche Schulbauvorhaben auf den Weg. Die Maßnahmen reichen von millionenschweren Totalunternehmeraufträgen bis hin zu temporären Ausweichstandorten und gezielten Fachlosen.
Großprojekte in Bochum, Dortmund und Lüdenscheid
In Nordrhein-Westfalen setzt die Stadt Bochum ein besonders umfangreiches Projekt um. Die Kommune schreibt Totalunternehmer- und Totalübernehmerleistungen für den Neubau der Gesamtschule Berliner Straße in Bochum-Wattenscheid aus. Das Vorhaben umfasst die Erweiterung der Gesamtschule Mitte von vier auf sechs Züge inklusive Standortverlagerung.
Geplant ist ein Gebäudekomplex für rund 1.400 Schülerinnen und Schüler sowie ein separater Trakt für die Musikschule Bochum Wattenscheid nebst Freianlagen von rund 1.500 m². Der geschätzte Gesamtwert liegt bei 90.000.000 Euro. Die Teilnahmefrist läuft bis zum 2. November 2026, während Bieterfragen bis zum 23. Oktober 2026 eingereicht werden können.
Zu den Eignungskriterien zählen ein Mindestumsatz von netto 75 Mio. Euro im Hochbau als Mittelwert der vergangenen drei Geschäftsjahre sowie jeweils netto 5 Mio. Euro in der Gebäudeplanung und der technischen Ausrüstung. Zudem fordert die Stadt Berufshaftpflichtdeckungen von jeweils 10 Mio. Euro für Personen- und Sachschäden sowie Vermögensschäden.
Die Stadt Dortmund investiert trotz einer Haushaltssperre im Herbst 2026 rund 194 Mio. Euro in Neubauten und Erweiterungen an vier Standorten. An der Burgholzstraße 150 entsteht ein Komplex für eine Grundschule, eine Kindertagesstätte, die Förderschule Kielhornstraße und eine Stadtteilwerkstatt mit Platz für mehr als 830 Kinder und rund 120 Beschäftigte, dessen Einzug für Februar 2027 avisiert ist.
An der Anne-Frank-Gesamtschule laufen Erweiterungsarbeiten auf sechs Parallelklassen bis Ende 2027. An der Diesterweg-Grundschule nutzen 362 Kinder bereits seit Juni 2026 den Neubau, während die zugehörige Zweifach-Sporthalle mit rund 1.700 m² bis September 2027 fertiggestellt werden soll.
Für den Komplex an der Kreuzstraße sind neue Außenanlagen bis Dezember 2028 terminiert. Insgesamt stellt Dortmund 2026 bis zu 200 Mio. Euro für Schulen, Hallen und Kitas bereit.
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Im sauerländischen Lüdenscheid stimmte der Bau- und Verkehrsausschuss den Vergabekriterien für den Neubau der Westschule und der Grundschule Lösenbach zu. Auch hier kommt ein Totalunternehmerverfahren zum Einsatz, für dessen Vergabeverfahren knapp 52.000 Euro anfallen.
Die Zuschlagskriterien gewichten den Preis mit 45 bis 55 Prozent, die Umsetzungsqualität mit 25 bis 35 Prozent und den Fertigstellungstermin mit 15 bis 25 Prozent. Der alte Sporttrakt soll erst nach der Fertigstellung des Schulneubaus im Jahr 2030 abgerissen und durch eine Einfach-Sporthalle ersetzt werden.
Am 2. Oktober 2026 legte zudem die Stadt Frechen den Grundstein für ein viergeschossiges Rotationsgebäude in Modulbauweise mit rund 13.000 m² Fläche für fast 900 Schüler und knapp 80 Lehrkräfte, das im Rahmen des lokalen Masterplans als Ausweichstandort dient.
Vorbereitungen und Vergaben von Göttingen bis Darmstadt
Auch außerhalb von Großprojekten treiben Städte vorbereitende Schritte voran. Die Stadt Göttingen beginnt im Umfeld des Hainberg-Gymnasiums ab dem 5. Oktober 2026 mit Leitungsuntersuchungen im Bereich der Lohbergstraße und des Gärtner-Hesse-Wegs.
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Die Sperrungen dauern voraussichtlich bis zum 23. Oktober 2026. Eine Kampfmittelsondierung ist nicht erforderlich. Der eigentliche Baustellenbetrieb ist ab Januar 2027 vorgesehen, gefolgt von Rodungen und Bodenabträgen ab Anfang Februar 2027. Die Fertigstellung visiert die Kommune für das vierte Quartal 2029 an.
Gleichzeitig vergeben andere Kommunen spezialisierte Fachlose. Die Stadt Versmold schreibt Trockenbauarbeiten für den Neubau der Förderschule Oesterweg aus, darunter 1.200 m² Akustiklochdecken, 2.100 m² Akustikrasterdecken und 800 m² Montagewände, bei einer Angebotsfrist bis zum 3. November 2026 und Vertragsbeginn am 1. Dezember 2026. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt vergibt Brandschutzleistungen für die Sanierung und Erweiterung der denkmalgeschützten Bernhard-Adelung-Schule. Das dortige Raumprogramm sieht nach dem Abriss eines Polytechnikums einen Ersatzneubau mit 3.700 m² Bruttogrundfläche neben dem 5.600 m² umfassenden Bestand vor. Dagegen gibt es andernorts Rückschläge: Die Stadt Goch legte ihre Neubaupläne für die Niers-Kendel-Schule in Asperden vorerst auf Eis.
