Schufa-Score, Bonitätsdaten

Schufa-Score: Auskunftei verteidigt neue Bewertung gegen Kritik an Intransparenz

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Schufa weist Vorwürfe zurück, sie täusche Verbraucher über die Vereinfachung ihrer Bonitätsbewertung. Neben dem neuen zentralen Score bietet die Auskunftei Unternehmen bereits zusätzliche aggregierte Daten und spezielle Bewertungen für Immobilienkredite an.

  • Die Wirtschaftsaufkunftei Schufa verfügt über einen mächtigen Datenpool. (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa
    Die Wirtschaftsaufkunftei Schufa verfügt über einen mächtigen Datenpool. (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa
  • Die seit Juli 2020 amtierende Schufa-Chefin Tanja Birkholz hat angekündigt, die Geheimniskrämerei zu beenden. (Archivild) - Bild: Florian Wiegand/dpa
    Die seit Juli 2020 amtierende Schufa-Chefin Tanja Birkholz hat angekündigt, die Geheimniskrämerei zu beenden. (Archivild) - Bild: Florian Wiegand/dpa
  • Kritiker halten die Schufa für intransparent. (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa/dpa-tmn
    Kritiker halten die Schufa für intransparent. (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa/dpa-tmn
Die Wirtschaftsaufkunftei Schufa verfügt über einen mächtigen Datenpool. (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa Die seit Juli 2020 amtierende Schufa-Chefin Tanja Birkholz hat angekündigt, die Geheimniskrämerei zu beenden. (Archivild) - Bild: Florian Wiegand/dpa Kritiker halten die Schufa für intransparent. (Archivbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa/dpa-tmn

Die Schufa verteidigt ihre neue Bonitätsbewertung gegen den Vorwurf, Verbraucher über die tatsächliche Zahl und Komplexität ihrer Scores im Unklaren zu lassen.

Neuer Score soll Transparenz schaffen

Die Auskunftei mit Sitz in Wiesbaden hatte am 17. März einen vereinfachten Score eingeführt. Er wird auf einer Skala von bis zu 999 Punkten berechnet und berücksichtigt zwölf Kriterien, darunter das Alter des ältesten Bankvertrags und der ältesten Kreditkarte sowie Zahlungsstörungen.

Die Schufa erklärt, der neue Score solle den Vorwurf entkräften, ihre Berechnungen seien eine Blackbox. Verbraucher sollen die Entstehung der Kennzahl anhand ihrer Daten nachvollziehen können.

Mehrere Bewertungen für Unternehmen

NDR und Süddeutsche Zeitung berichten, die Schufa habe parallel weitere, deutlich komplexere Bewertungen für Firmenkunden entwickelt. Diese würden bereits unter anderem bei Immobilienkrediten eingesetzt. Verbraucher sähen in der Schufa-App zwar den neuen transparenten Score, könnten bei Kredit- oder Vertragsentscheidungen aber nach anderen Maßstäben beurteilt werden.

Die Schufa teilte mit, ihr Ziel bestehe darin, die derzeit rund 50 Bonitätsscores auf wenige Modelle zu reduzieren. Der neue zentrale Score solle nach ihren Erwartungen Ende 2028 für rund 80 Prozent aller Schufa-Bonitätsscores stehen.

Eigener Score für Immobilienkredite

Einen Hypothekenscore habe es bereits zuvor gegeben, er sei jedoch nur selten abgefragt worden, erklärte die Schufa. Wegen der hohen Kreditbeträge und langen Laufzeiten von Immobilienfinanzierungen sei eine gesonderte Bewertung auch künftig sinnvoll.

Parallel zum Verbraucherscore habe die Auskunftei einen verständlicheren Hypothekenscore entwickelt. Sobald dieser für Verbraucher bei Immobilienkrediten relevant werde, solle er mit allen Kriterien in der Schufa-App ausgewiesen und öffentlich erläutert werden.

Zusätzliche Bonitätsdaten für Firmen

Banken können über die Schufa auf Wunsch weitere aggregierte Informationen erhalten, etwa zur Zahl der Kredite eines Verbrauchers oder zur Gesamthöhe seiner Kredite und Leasingverträge. Nach Angaben der Auskunftei nutzen bislang einige wenige Großkunden solche Daten.

Unternehmen könnten die Informationen in eigene Risikomodelle einbinden und daraus eigene Schlüsse ziehen, betont die Schufa. Die zugrunde liegenden Daten könnten Verbraucher in ihrer Schufa-Datenkopie oder in der App einsehen.

Schufa entscheidet nicht über Kredite

Die Auskunftei weist darauf hin, dass Banken und andere Unternehmen nach ihren eigenen Richtlinien entscheiden, ob und zu welchen Konditionen sie Verträge anbieten. Gleichwohl sind Bonitätsdaten von Schufa, Creditreform oder Crif für Banken, Versandhändler, Mobilfunkanbieter und Energieversorger ein wichtiger Maßstab.

Warum der Score für Verbraucher wichtig ist

Die Schufa speichert Daten zu 68 Millionen Menschen in Deutschland. Ihre Auskünfte fließen in Entscheidungen von Banken, Versandhändlern, Mobilfunkanbietern und Energieversorgern ein. Auch wenn die Auskunftei selbst keinen Kredit vergibt, kann ihr Score beeinflussen, ob ein Vertrag zustande kommt und zu welchen Konditionen.

Der neue Verbraucherscore soll den bisherigen Vorwurf einer schwer durchschaubaren Berechnung entschärfen. Die zwölf Kriterien – darunter das Alter von Bankverbindungen und Kreditkarten sowie Zahlungsstörungen – machen die Kennzahl grundsätzlich nachvollziehbarer. Zugleich bleibt die praktische Bedeutung davon abhängig, ob Unternehmen tatsächlich diesen zentralen Score verwenden oder zusätzliche Modelle in ihre Entscheidungen einbeziehen.

Besondere Bedeutung bei Immobilienfinanzierungen

Bei Immobilienkrediten sind die finanziellen Folgen einer Bewertung besonders groß, weil es um hohe Summen und lange Laufzeiten geht. Ein gesonderter Hypothekenscore kann deshalb andere Risiken abbilden als ein allgemeiner Score für alltägliche Verträge. Entscheidend für die Transparenz ist, dass Verbraucher die maßgeblichen Kriterien kennen und fehlerhafte oder veraltete Daten korrigieren lassen können.

Die angekündigte schrittweise Verringerung der Zahl verschiedener Scores bis Ende 2028 soll die Orientierung erleichtern. Für Verbraucher bleibt bis dahin wichtig, die eigene Datenkopie regelmäßig zu prüfen und bei Kreditanfragen nach den verwendeten Bewertungsmaßstäben zu fragen. Die Debatte berührt damit nicht nur Datenschutz, sondern auch die Nachvollziehbarkeit automatisierter Entscheidungen im Alltag.

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