Schrottimmobilien in Schleswig-Holstein: VNW fordert mehr Personal für Kommunen
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 18:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) dringt auf mehr personelle Unterstützung für die Kommunen in Schleswig-Holstein. VNW-Direktor Andreas Breitner forderte zusätzliche Fördermittel, um den Städten und Gemeinden die personellen Kapazitäten bereitzustellen, die für eine wirksame Durchsetzung des Wohnraumschutzgesetzes notwendig seien.
Wie aus einem Bericht vom 02.11.2026 hervorgeht, sieht der Verband in der personellen Ausstattung der örtlichen Behörden den entscheidenden Hebel, um rechtliche Vorgaben gegen Verwahrlosung im Gebäudebestand praktisch umzusetzen.
Große Lücken bei der behördlichen Anwendung
Hintergrund der Verbandsforderung ist die bisher sehr verhaltene Nutzung des rechtlichen Rahmens im Land. Unter Berufung auf einen NDR-Bericht verwies der VNW darauf, dass bislang lediglich rund jede vierte von mehr als 20 der größten Städte in Schleswig-Holstein das Wohnraumschutzgesetz angewendet habe.
Trotz der bestehenden gesetzlichen Befugnisse greift ein Großteil der größeren Kommunen demnach bislang nicht auf dieses Instrumentarium zurück, um gegen Missstände im Wohnungsbestand vorzugehen.
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Dabei verdeutlichen die Schätzungen der Wohnungswirtschaft das Ausmaß der Problematik. Nach Angaben des VNW gibt es in Schleswig-Holstein mindestens 100 Schrottimmobilien.
Derartige verwahrloste Liegenschaften belasten oft das gesamte Wohnumfeld und entziehen nutzbaren Raum dem regulären Markt. Da behördliche Kontrollen und rechtliche Schritte gegen säumige Eigentümer jedoch zeit- und arbeitsintensiv sind, stoßen viele Verwaltungen an ihre personellen Grenzen.
Kiel als Vorbild für wirksamen Vollzug
Dass das Wohnraumschutzgesetz vor Ort greifen kann, zeigt nach Verbandsangaben die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt: Kiel gelte bei der praktischen Handhabung des Gesetzes als positives Beispiel.
Um ähnliche Standards im gesamten Land zu erreichen, benötigt die kommunale Ebene aus Sicht des VNW jedoch gezielte finanzielle Hilfe für neue Fachkräfte. Die geforderten Fördermittel sollen sicherstellen, dass Verwaltungen nicht aus Kapazitätsgründen auf die Anwendung des Schutzgesetzes verzichten müssen.
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Der VNW vertritt als Branchenverband die Interessen von 502 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. Der von den Mitgliedsunternehmen bewirtschaftete Bestand beläuft sich auf 760.000 Wohnungen. Mit einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 7,69 Euro/qm stellen die im Verband organisierten Vermieter einen wesentlichen Teil des bezahlbaren Wohnraums in Norddeutschland bereit und setzen sich für stabile, intakte Quartiere ein.
