Schneller, Gründen

Schneller Gründen: BMDV startet 24-Stunden-Gründung an 8 Orten

28.05.2026 - 23:48:57 | boerse-global.de

Trotz durchwachsener Studienlage zu Hochschul-Startups investiert Osnabrück Millionen in Gründer und moderne Büroflächen.

Schneller Gründen: BMDV startet 24-Stunden-Gründung an 8 Orten - Foto: über boerse-global.de
Schneller Gründen: BMDV startet 24-Stunden-Gründung an 8 Orten - Foto: über boerse-global.de

Während eine neue Studie Deutschland im internationalen Vergleich bei universitären Startups nur Mittelmaß bescheinigt, setzt die Region Osnabrück mit gezielten Förderungen und Millioneninvestitionen eigene Akzente.

Psychische Gesundheit im Fokus: InsightJourney startet durch

Im Frühjahr 2026 wagte sich ein vielversprechendes Startup aus dem Umfeld der Universität Osnabrück auf den Markt. InsightJourney konzentriert sich auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Gegründet von der Kognitionswissenschaftlerin Dr. Victoria Amo Olea, nutzt das Unternehmen eine App mit sogenannten „Emotions-Avataren", um jungen Menschen bei der Regulation ihrer Gefühle zu helfen.

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Das Projekt wird durch das EXIST-Förderprogramm unterstützt und von Prof. Dr. Kai-Uwe Kühnberger betreut. Geplant sind Präventionskurse und Schulprojekte, langfristig soll eine medizinische Zulassung als Gesundheitsanwendung erfolgen.

Millionen-Investition in moderne Büroflächen

Das regionale Unterstützungsnetzwerk wächst. Erst am Dienstag dieser Woche gab die G&S IT Group bekannt, acht Millionen Euro in das neue Bürogebäude „Tie7 Space" in Osnabrück zu investieren. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gewerbeimmobilie entsteht ein moderner Arbeitsort mit nachhaltiger Technik: Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und E-Ladestationen sind fest eingeplant. Die Fertigstellung ist um den Jahreswechsel herum vorgesehen.

Kostenlose Beratung für Gründer

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land (WIGOS) bietet zudem am 11. Juni 2026 eine Reihe kostenloser Förderberatungen an. Unternehmen aus der Region können in vertraulichen 45-Minuten-Gesprächen passende Finanzierungsprogramme identifizieren.

Bundesweite Digitalisierungsinitiative: Gründen in 24 Stunden

Ebenfalls am Dienstag startete das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) die Pilotphase seiner Initiative „Schneller Gründen". Das Ziel: Die Gründung eines Unternehmens innerhalb von 24 Stunden ermöglichen – durch einen digitalen Kombiantrag, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung medienbruchfrei in einem „One-Stop-Shop" zusammenführt.

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Getestet wird das Verfahren zunächst an acht Standorten: Aachen, Dresden, Düsseldorf, Fulda, Goslar, Mannheim, München und Nordfriesland. Die Initiative ist Teil eines größeren Modernisierungsprojekts zur Digitalisierung des Handelsregisters.

Studie: Deutschland lässt Potenzial bei Hochschul-Startups liegen

Trotz dieser regionalen Erfolge zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie der TU München, der Universität Trier sowie der Institute AlpMomentum und Redstone ein ernüchterndes Bild: Deutschland liegt im internationalen Vergleich bei Hochschulausgründungen nur im unteren Mittelfeld. Auf 100 Millionen Euro Forschungsbudget kommen hierzulande gerade einmal 9,7 Startups. Spitzenreiter Andorra bringt es auf 52,2 Ausgründungen bei gleicher Investitionssumme.

Die Autoren der Studie sehen enormes Potenzial. Ihrer Analyse zufolge könnten bei besserer Förderung innerhalb von zehn Jahren 445.000 zusätzliche Startups entstehen – mit 13 Millionen neuen Arbeitsplätzen und einer Wirtschaftsleistung von fünf Billionen Euro. Nötig seien vor allem besserer Zugang zu Wachstumskapital, mehr unternehmerische Vorbilder und eine gezieltere Ausbildung.

Weitere Millionen-Investitionen in zukunftsweisende Technologien

Auch bundesweit tut sich einiges. Das Startup Focused Energy, eine Ausgründung der TU Darmstadt, sicherte sich am Dienstag 240 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 206 Millionen Euro) für die Entwicklung der Laserfusion. Zu den Investoren zählen RWE und die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND). Das Ziel: Bis 2035 soll in Hessen ein Fusionskraftwerk entstehen.

Im Bereich erneuerbare Energien ging Anfang der Woche eine Agri-Photovoltaikanlage in Münster-Amelsbüren ans Netz. Auf 13,2 Hektar erzeugt die Anlage jährlich 5,75 GWh Strom – direkt eingespeist in das Fraunhofer FFB. Gleichzeitig wird die Fläche weiter landwirtschaftlich genutzt, unter anderem für Raps und Getreide.

Und in Hannover startet am 10. Juni das Social Innovation Center in die 13. Runde. Fünf Teams wurden aus 25 Bewerbungen ausgewählt, um Projekte von Frauengesundheit über nachhaltige Ernährung bis zu sozialen Organisationsstrukturen voranzutreiben.

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