Deutschland, Verkehr

Bahnchefin Palla: «Es wird erst mal nicht besser»

15.11.2025 - 11:11:58 | dpa.de

Schienen, Weichen, Oberleitungen – alles altert schneller als gedacht. Bahnchefin Palla erwartet deshalb 2026 mehr als 28.000 Baustellen im Gleisnetz. Was das für die Fahrgäste bedeutet.

Die Bahnchefin Evelyn Palla ist seit 1. Oktober im Amt. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa Pool/dpa
Die Bahnchefin Evelyn Palla ist seit 1. Oktober im Amt. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa Pool/dpa

Bahnfahrgäste müssen sich im nächsten Jahr auf mehr Baustellen und dadurch verursachte Verspätungen einstellen. Zahlreiche Bahnanlagen müssten früher erneuert werden als bisher gedacht, sagte Bahnchefin Evelyn Palla der «Süddeutschen Zeitung». «Das hatten wir in unseren Prognosen in dieser Dramatik bislang nicht abgebildet», fügte die Vorstandsvorsitzende des Konzerns hinzu. 

«Seit dem Sommer sehen wir, dass die Bahnanlagen noch schneller altern als bisher angenommen. Das betrifft Stellwerke, Schienen, Weichen und Oberleitungen. Diesen Abwärtstrend müssen wir jetzt stoppen», führte Palla aus.

In diesem Jahr werde die durchschnittliche Pünktlichkeit im Fernverkehr unter 60 Prozent liegen. Für das kommende Jahr wären laut Palla 55 Prozent «vom Anspruchsniveau tatsächlich deutlich zu niedrig». Eine konkret angestrebte Pünktlichkeitsquote nannte sie nicht.

Anlagen müssen früher ersetzt werden - mehr ungeplante Baustellen

Wegen der schnelleren Alterung der Anlagen habe die Bahn «deutlich mehr Langsamfahrstellen und deutlich mehr ungeplante Baustellen im Netz. 2025 werden wir insgesamt 26.000 Baustellen haben, das sind 5.000 mehr als im letzten Jahr. Im kommenden Jahr werden es voraussichtlich über 28.000 sein», sagte Palla.

Das sei «eine sehr große Belastung für das Schienennetz. Und es wird erst mal nicht besser, so ehrlich müssen wir sein», machte die Bahnchefin deutlich. «2026 geht es vor allem darum, die Pünktlichkeit zu stabilisieren und den Abwärtstrend zu stoppen.» 

Palla ist seit 1. Oktober im Amt. Sie löste Richard Lutz ab, der den bundeseigenen Konzern fast acht Jahre lang geführt hatte.

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