Scheinunternehmen, Fälle

Scheinunternehmen: Österreich deckt 189 Fälle auf, 50 Mio. Euro eingezogen

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 13:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Österreichs Betrugsbekämpfer prüften im ersten Halbjahr 446 Verdachtsfälle und erzielten fast 50 Millionen Euro aus Ermittlungen und Strafen.

ABB-Bilanz 2026: 189 Scheinunternehmen rechtskräftig festgestellt
Eine verlassene Baustelle mit gestapelten Baumaterialien unter einem grauen, bewölkten Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Das österreichische Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) zieht eine Zwischenbilanz für das erste Halbjahr 2026. Im Kampf gegen organisierte Wirtschafts- und Finanzkriminalität legte die Behörde einen Schwerpunkt auf Scheinunternehmen, illegale Beschäftigung und Abgabenhinterziehung.

Wie aus Berichten vom 20. September 2026 hervorgeht, führten die Ermittlungen in den ersten sechs Monaten des Jahres zu zahlreichen rechtskräftigen Feststellungen sowie zu finanziellen Sanktionen in Millionenhöhe.

Scheinunternehmen im Visier der Ermittler

Insgesamt bearbeitete die Behörde im ersten Halbjahr 2026 genau 446 Fälle mit Verdacht auf Scheinunternehmen. In 189 Fällen konnte die Einstufung als Scheinunternehmen rechtskräftig festgestellt werden.

Solche Konstrukte werden häufig genutzt, um Sozialversicherungsabgaben zu umgehen, Steuern zu verkürzen oder illegale Arbeitskräfte im Wirtschaftsverkehr zu verschleiern. Die Identifizierung und behördliche Löschung dieser Scheinfirmen gilt als zentrales Instrument, um unlauteren Wettbewerb und Verzerrungen am Arbeitsmarkt zu unterbinden.

Hohe finanzielle Erträge und verhängte Strafen

Die Kontroll- und Ermittlungstätigkeiten brachten dem Staat erhebliche Einnahmen ein. Das Amt für Betrugsbekämpfung erzielte im ersten Halbjahr 2026 fast 50 Millionen Euro an Gesamteinnahmen. Dieser Betrag setzt sich aus Mehrergebnissen in Höhe von 26 Millionen Euro sowie verhängten Finanzstrafen von 23,4 Millionen Euro zusammen.

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Die aktuelle Bilanz der österreichischen Betrugsbekämpfung zeigt, wie konsequent Behörden Scheinunternehmen, Lohndumping und illegale Beschäftigung verfolgen — mit knapp 13.500 Kontrollen allein im ersten Halbjahr. Wer als Geschäftsführer oder Finanzleiter mit Subunternehmern arbeitet, sollte die eigenen Prüfprozesse kennen. Kostenlosen Leitfaden zur Scheinunternehmen-Prüfung anfordern

Zudem deckte die Behörde Abgabenverkürzungen in einem Volumen von 26 Millionen Euro auf. Für Verfehlungen in den Bereichen illegale Beschäftigung, Lohndumping und illegales Glücksspiel beantragte das ABB Strafen in Höhe von 11,1 Millionen Euro.

Breite Kontrollmaßnahmen und operative Zugriffe

Die Aufdeckung der Delikte stützte sich auf ein engmaschiges Kontrollnetz. Das Amt führte im ersten Halbjahr 2026 knapp 13.500 Kontrollen durch. Diese fokussierten sich im Wesentlichen auf die Bereiche Abgabenbetrug, illegale Beschäftigung, Lohndumping sowie illegales Glücksspiel. Ergänzend dazu wickelte die Behörde 210 Fahndungs-, Prüfungs- und Risikoanalysemaßnahmen ab.

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Auch strafrechtlich griff das ABB bei Verdachtsmomenten durch. Die Ermittler bearbeiteten im ersten Halbjahr 17.600 finanzstrafrechtliche Sachverhalte. Um Beweise zu sichern und verdeckte Geldflüsse nachzuvollziehen, wurden 132 Hausdurchsuchungen durchgeführt und 108 Kontoöffnungen veranlasst. Mit diesem Instrumentarium sollen kriminelle Netzwerke zerschlagen und veruntreute Gelder für den Fiskus gesichert werden.

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