Schaeffler, Personalchefin

Schaeffler verlängert mit Personalchefin Fontaine bis 2031

22.05.2026 - 21:26:11 | boerse-global.de

Schaeffler setzt auf Kontinuität: Personalvorständin Fontaine erhält Vertrag bis 2031 und soll die Transformation des Konzerns weiterführen.

Schaeffler verlängert mit Personalchefin Fontaine bis 2031 - Foto: über boerse-global.de
Schaeffler verlängert mit Personalchefin Fontaine bis 2031 - Foto: über boerse-global.de

Der Aufsichtsrat von Schaeffler AG hat den Vertrag von Dr. Astrid Fontaine als Personalvorständin und Arbeitsdirektorin bis Ende 2031 verlängert. Ein klares Bekenntnis zum eingeschlagenen Transformationskurs.

Die Entscheidung fiel in der Aufsichtsratssitzung im Mai 2026. Fontaine, die ihr Amt am 1. Januar 2024 antrat, erhält damit eine zweite Amtszeit. Der Schritt unterstreicht das Vertrauen des Gremiums in ihre Fähigkeit, den Konzern durch die tiefgreifende Neuausrichtung der Automobilzulieferbranche zu steuern.

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Strategische Kontinuität in turbulenten Zeiten

Georg F. W. Schaeffler, Vorsitzender des Aufsichtsrats und Gesellschafter, würdigte Fontaines Arbeit der vergangenen zweieinhalb Jahre. Sie habe entscheidende Impulse gesetzt, um die Personalarbeit des Konzerns an die künftigen Marktanforderungen anzupassen. Die Verlängerung sei Ausdruck der Überzeugung, dass ihre Führung für den technologischen Wandel unverzichtbar sei.

Für einen Industriekonzern wie Schaeffler ist eine fünfjährige Vertragsverlängerung ein starkes Signal. Sie zeigt, dass der Aufsichtsrat voll und ganz auf die Personalchefin setzt – und das in einer phase, in der die Branche vor gewaltigen Umwälzungen steht. Die Elektrifizierung und die digitale Vernetzung verändern die Anforderungen an die Belegschaft grundlegend.

Von Wolfsburg nach Herzogenaurach: Eine Karriere im Wandel

Fontaines Werdegang liest sich wie eine Blaupause für Change-Management in der Automobilindustrie. Vor ihrem Wechsel zu Schaeffler war sie im Volkswagen-Konzern tätig. Von September 2021 bis Ende 2023 saß sie im Markenvorstand von Volkswagen Nutzfahrzeuge, verantwortlich für Personal und Transformation.

Davor prägte sie bei Bentley Motors in Großbritannien die Strategie des Luxusherstellers. Als Vorständin für Personal, Digitalisierung und IT von Januar 2018 bis August 2021 spielte sie eine Schlüsselrolle beim Turnaround der Marke und der „Beyond100"-Strategie. Stationen bei Porsche Nordamerika und DaimlerChrysler runden ihr internationales Profil ab.

Diese globale Erfahrung – Fontaine besitzt sowohl die deutsche als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft – ist für Schaeffler wertvoll. Der Konzern ist mit über 250 Standorten in 55 Ländern präsent. Ihr akademischer Hintergrund in Wirtschaftsinformatik und Maschinenbau ergänzt das Profil ideal.

Integration von Vitesco: Mammutaufgabe für die Personalabteilung

Die größte Herausforderung in Fontaines erster Amtszeit war die Integration der Vitesco Technologies Group AG. Als sie ihr Amt antrat, beschäftigte Schaeffler rund 84.000 Mitarbeiter. Heute sind es etwa 110.000. Der Zusammenschluss erforderte eine gewaltige kulturelle und operative Angleichung.

Die Personalabteilung musste Arbeitsverträge harmonisieren, Unternehmenskulturen zusammenführen und Organisationsstrukturen vereinheitlichen. Besonders heikel: die Bindung von Fachkräften in der Softwareentwicklung und Hochvoltelektronik – Bereiche, in denen der Wettbewerb um Talente extrem ist. Der Aufsichtsrat bewertete die Integrationserfolge offenbar als ausreichend, um Fontaine eine zweite Amtszeit zuzutrauen.

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Die Rolle der Arbeitsdirektorin: Zwischen Kapital und Arbeit

Fontaines Position als Arbeitsdirektorin ist rechtlich besonders. Nach dem Mitbestimmungsgesetz ist diese Rolle in großen Unternehmen Pflicht. Sie muss die Interessen der Aktionäre mit denen der Arbeitnehmer in Einklang bringen. Ihre Wiederernennung setzt die implizite Zustimmung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat voraus.

Für Schaeffler ist dieses Verhältnis essenziell. Die Umsetzung von Standortvereinbarungen und Transformationsabkommen für die deutschen Werke hängt von einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat ab. Die Vertragsverlängerung deutet darauf hin, dass dieser Dialog trotz des Drucks der Umstrukturierung intakt geblieben ist.

Fontaine engagiert sich zudem auf politischer Ebene. Seit 2022 ist sie Mitglied der Expertenkommission zur Transformation der Automobilindustrie beim Bundeswirtschaftsministerium. Diese Vernetzung erlaubt es ihr, die Personalstrategie von Schaeffler mit den nationalen wirtschaftspolitischen Zielen zu verzahnen.

Ausblick: Die Weichen für das nächste Jahrzehnt sind gestellt

Mit der Vertragsverlängerung bis 2031 stehen die Prioritäten fest. Die vollständige Umsetzung des „One Schaeffler"-Modells nach der Vitesco-Integration wird die kommenden Jahre prägen. Der Fokus liegt auf der kontinuierlichen Qualifizierung der Belegschaft für automatisierte Fahrfunktionen und grüne Energielösungen.

Für die 110.000 Mitarbeiter des Konzerns bedeutet die Entscheidung Planungssicherheit. Die Vermeidung von Führungsvakuen – ein häufiges Problem bei Vorstandswechseln – gibt dem Unternehmen Stabilität. In einer sich konsolidierenden Branche wird die Fähigkeit einer Personalchefin, sowohl die sozialen als auch die digitalen Aspekte des Geschäfts zu steuern, über den langfristigen Erfolg entscheiden.

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