SAP S/ 4HANA: Neue Sicherheitstools für Gefährdungsbeurteilung ab 10. Juni
06.06.2026 - 20:21:41 | boerse-global.de
Immer mehr Unternehmen setzen auf KI und spezialisierte Software, um Risiken zu minimieren und gesetzliche Anforderungen effizienter umzusetzen. Dabei rücken neben technischen Innovationen auch die Mitbestimmung der Beschäftigten und neue regulatorische Rahmenbedingungen in den Fokus.
KI-Investitionen boomen in der Personalwirtschaft
Eine aktuelle Studie von SD Worx belegt den Trend: Mittlerweile investieren 48 Prozent der Personalverantwortlichen in Deutschland in KI-Technologien – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 38 Prozent. Rund 40 Prozent der Arbeitgeber nutzen KI bereits zur Unterstützung bei der Lohnabrechnung. Der Druck zur Implementierung steigt zudem durch den EU AI Act. Aktuell verfügen laut der Untersuchung etwa 47 Prozent der Unternehmen über entsprechende KI-Richtlinien.
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Spezialisierte Software für Sicherheitsmanagement
Neben allgemeinen HR-Anwendungen rücken spezifische Lösungen für das Environmental Health and Safety Management (EHS) in den Vordergrund. Die Arsipa Gruppe präsentierte bereits im Frühjahr auf der Fachmesse Zukunft Personal Nord Konzepte, um Arbeitsschutz als steuerbaren Managementprozess zu organisieren. Durch den Einsatz der Software „ginione“ und die Anbindung an betriebsärztliche Betreuung soll das oft kritisierte Chaos aus Einzellösungen und manuellen Listen beendet werden.
Auch große Softwareanbieter erweitern ihr Portfolio. Für den 10. Juni 2026 ist eine Vorstellung neuer Funktionen in der SAP S/4HANA Public Cloud angekündigt. Im Mittelpunkt stehen Werkzeuge für chemische Genehmigungen, operative Risikobewertungen sowie Analysen zur Sicherheit am Arbeitsplatz. Ziel: Risiko- und Compliance-Managern automatisierte Hilfsmittel für die Gefährdungsbeurteilung an die Hand geben.
KI in der technischen Überwachung
In spezifischen Industriezweigen wird KI bereits für hochspezialisierte Sicherheitsaufgaben eingesetzt. Das Unternehmen Teufelberger-Redaelli startete ein KI-gestütztes System zur Seilprüfung, das seit März 2026 im Feldtest bei den Zermatt Bergbahnen erprobt wird. Das System kombiniert kamerabasierte Überwachung mit magnetischer Prüfung, um Verschleißerscheinungen präzise zu detektieren.
Auch in der Produktion wird die Vernetzung vorangetrieben. Eine Kooperation zwischen dem Startup Qualiwise und der Technischen Hochschule Augsburg zielt darauf ab, Qualitätsmanagement und Maßhaltigkeitsprüfungen in der flexiblen Fertigung zu automatisieren. Solche Systeme entlasten Fachkräfte von repetitiven Dokumentationsaufgaben und erhöhen die Genauigkeit der Sicherheitsprüfungen.
Mitbestimmung und neue Sicherheitsstandards gefordert
Mit der zunehmenden Verbreitung von KI wächst jedoch auch der Ruf nach klaren Regeln. Der DGB Berlin-Brandenburg forderte eine frühzeitige und verbindliche Einbindung von Betriebs- und Personalräten beim Einsatz von KI-Systemen. Anlass war die Kritik an einer mangelnden Einbindung bei der Einführung von Sprachmodellen in der Landesverwaltung. Die Gewerkschaft mahnte eine Modernisierung der Personalvertretungsgesetze an.
Parallel zur technologischen Entwicklung passen sich auch die Sicherheitsnormen an neue Risiken an. Im Mai 2026 wurde mit der ISO 3941:2026 eine neue Brandklasse „L“ für Lithium-Ionen-Batterien eingeführt. Dies trägt der besonderen Gefährdungslage durch moderne Energiespeicher Rechnung.
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Klassische Gesundheitsrisiken bleiben Herausforderung
Trotz des digitalen Fortschritts bleiben traditionelle Gefahrenquellen wie Quarzfeinstaub relevant. Bei Bauarbeiten entstehen Stäube, die schwerwiegende Atemwegserkrankungen verursachen können. Experten verweisen auf das verbindliche S-T-O-P-Prinzip der Gefahrstoffverordnung: Technische Maßnahmen wie Punktabsaugung oder Nassbearbeitung haben Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung. Die Berufsgenossenschaft BAU fördert weiterhin die Forschung zur Maschinenabsaugung, um die Belastung unter den Grenzwert von 0,05 mg/m³ zu senken.
Für die kommenden Wochen sind weitere Branchenereignisse geplant. Anfang Juli 2026 werden auf der Sicherheitsexpo München neue elektronische Zutrittslösungen und Gebäudemanagementsysteme vorgestellt. Die Inno Days Mitte Juli in Karlsruhe adressieren Themen wie den Cyber Resilience Act und die Sicherheit von Betriebstechnologie.
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