Sanktionsumgehung: Prozess gegen Maschinenbauer wegen 65 Russland-Lieferungen
29.05.2026 - 07:40:22 | boerse-global.de
Die 34 und 39 Jahre alten Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens sollen zwischen 2023 und 2024 systematisch EU-Sanktionen umgangen haben – mit 65 Lieferungen im Wert von knapp 833.000 Euro nach Russland.
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Umwege über die Türkei und Kirgisistan
Die Anklage wirft den Brüdern vor, Maschinenbaukomponenten über Scheinfirmen in der Türkei und Kirgisistan nach Russland exportiert zu haben. Ziel der Tarnung: Die wahre Endbestimmung der Ware verschleiern und die geltenden Handelsbeschränkungen aushebeln. Insgesamt 65 Einzellieferungen sollen auf diese Weise abgewickelt worden sein.
Die Ermittler stießen bei ihren Nachforschungen auf ein Netzwerk, das die Sanktionen gezielt unterlaufen sollte. Der Fall zeigt, wie deutsche Unternehmen trotz scharfer EU-Auflagen versuchen, industrielle Güter auf Umwegen nach Russland zu bringen.
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Vater offenbar ebenfalls involviert
Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 71 KLs 1/26. Neben den beiden angeklagten Brüdern gerät auch der Vater der Beschuldigten ins Visier der Justiz. Gegen ihn läuft ein separates Ermittlungsverfahren. Welche Rolle er konkret gespielt haben soll, blieb vorerst offen.
Sollte das Gericht die Brüder schuldig sprechen, drohen ihnen empfindliche Strafen wegen vorsätzlicher Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz in Verbindung mit den EU-Sanktionsverordnungen. Der Prozess ist Teil einer bundesweiten Serie von Verfahren, mit denen die deutschen Behörden die Einhaltung der Russland-Sanktionen durchsetzen wollen.
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