Sanierungsförderung: BAFA bezuschusst iSFP mit bis zu 850 Euro
18.06.2026 - 21:48:45 | boerse-global.de
Spezielle Förderprogramme und ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) entlasten Eigentümer massiv.
iSFP: Der Schlüssel zur günstigen Sanierung
Der individuelle Sanierungsfahrplan strukturiert Sanierungsschritte bei Altbauten. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst die Erstellung mit 50 Prozent der Beratungskosten. Die Höchstgrenze liegt bei 650 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser, bei 850 Euro für Mehrfamilienhäuser.
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Wer die empfohlenen Maßnahmen umsetzt, bekommt einen Bonus: Der Fördersatz steigt um fünf Prozentpunkte. Gleichzeitig verdoppelt sich die förderfähige Höchstgrenze auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Experten raten, zuerst die Gebäudehülle zu sanieren und die Heizungsfrage später zu klären. Besonders relevant ist das angesichts kommunaler Wärmepläne – in Leipzig müssen diese etwa bis Mitte 2026 vorliegen.
408 Projekte: Wo die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat für dieses Jahr die Förderung von 408 Projekten beschlossen. Die Mittelverteilung ist regional unterschiedlich:
- Baden-Württemberg: Mindestens 21 Baudenkmale erhalten 928.000 Euro, darunter ein Eisenbahn-Belvedere in Schwäbisch Gmünd.
- Thüringen: 40 Projekte wie die Bergkirche St. Marien in Schleiz bekommen 590.000 Euro.
- Bremen: Neun Denkmale werden mit 497.000 Euro unterstützt.
- Brandenburg: 465.000 Euro fließen in 29 Projekte, unter anderem für eine historische Dampflokomotive in Wandlitz.
Auch lokale Förderer sind aktiv. Der Wetteraukreis steuerte 1.800 Euro zur Instandsetzung einer denkmalgeschützten Scheune bei. In Thüringen lobt die Marlis und Gerd Weyher-Stiftung erstmals den Römhilder Denkmalpreis aus – dotiert mit 10.500 Euro für privates Engagement.
Steuerfallen und Forderungen der Branche
Der Bundesfinanzhof hat klargestellt: Der Verkauf eines Kirchengrundstücks zwischen Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen unterliegt der Grunderwerbsteuer. Im konkreten Fall ging es um knapp 47.000 Euro. Eine Steuerfreiheit gibt es nur, wenn öffentlich-rechtliche Aufgaben übergehen.
Branchenverbände fordern in einem offenen Brief nach dem Sanierungsgipfel einen „Sanierungsturbo“. Ihr Ziel: Umfassend sanierte Altbauten mit hohem Energiestandard sollen mietrechtlich wie Neubauten behandelt werden. Zudem wünschen sie sich baurechtliche Erleichterungen für Nachverdichtung und mehr Rechtssicherheit.
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Quartierszertifizierung: Neuer Standard für Bestandsbauten
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat ihren Kriterienkatalog für Bestandsquartiere erweitert. Das neue System umfasst 15 Kriterien und fokussiert auf den Erhalt bestehender Strukturen sowie graue Energie. Klima und Energie haben das höchste Gewicht – konkrete CO?-Reduktionspfade sind Pflicht.
Mehrere Pilotprojekte haben das System bereits getestet. Es gibt Schnittstellen zu Förderprogrammen der KfW und der Städtebauförderung. Der Trend ist klar: Denkmalschutz ist nicht nur Kulturgut, sondern ein zentraler Baustein der energetischen Transformation.
