Sana Krankenhaus Radevormwald: 15 Fehler schulen Pflegekräfte in Patientensicherheit
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Sana Krankenhaus Radevormwald nutzt ein praxisorientiertes Schulungsformat zur Patientensicherheit: Mit dem sogenannten „Room of Error“ setzt die Klinik auf ein spezielles Training, um angehende Fachkräfte und Auszubildende für potenzielle Gefahrenquellen im Versorgungsalltag zu schulen.
Ziel der Methodik ist es, Risiken im Krankenhausbetrieb frühzeitig erkennbar zu machen und Fehlerquellen strukturiert aufzudecken. Über das Konzept im Bergischen Land berichtete das Fachportal bibliomed-pflege.de am 15. Oktober 2026.
Gezielte Fehlersuche im simulierten Patientenzimmer
Das Trainingsformat, das im deutschsprachigen Raum als „Room of Error“ bekannt ist, basiert auf dem englischsprachigen Konzept des „Room of Horrors“. Dabei wird ein reales oder nachgestelltes Behandlungs- oder Pflegezimmer mit absichtlich platzierten Gefahrenquellen und Versäumnissen präpariert.
Teilnehmende müssen diese Sicherheitsmängel unter Zeitdruck erkennen, dokumentieren und Handlungsoptionen ableiten. Im deutschsprachigen Raum erlangte dieser didaktische Ansatz maßgeblich durch die Stiftung Patientensicherheit Schweiz Bekanntheit.
Bereits seit 2019 existieren strukturierte Szenarien und Manuals für diverse medizinische Bereiche, darunter Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen sowie Apotheken. Die Bandbreite der Trainingsmöglichkeiten wird fortlaufend erweitert; so befindet sich aktuell auch eine spezialisierte Version für die Geburtshilfe in der Entwicklung.
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Praxisnahe Erfahrungen am Standort Radevormwald
Im Sana Krankenhaus Radevormwald leitete Praxisanleiterin Sabrina Köll den ersten Durchlauf des Simulationstrainings an. Für den Start wurden in dem Übungsraum insgesamt 15 konkrete Fehler eingebaut.
Im Zuge der Übung zeigte sich der Scharfsinn der Teilnehmenden: Neben den bewusst herbeigeführten Mängeln identifizierten die Auszubildenden weitere, nicht eingeplante Fehlerpunkte, was die Sensibilität des Pflegepersonals für die tatsächliche Arbeitsumgebung unterstrich.
Der Ablauf, die Umsetzung und die Erkenntnisse aus der praktischen Einführung wurden zudem in einem Podcast der Fachzeitschrift „Die Schwester | Der Pfleger“ thematisiert. Daran nahmen neben Praxisanleiterin Sabrina Köll auch die Auszubildende Birgit Braun und Pflegedirektor Jan-Philipp Eiber teil.
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Ökonomische und präventive Bedeutung einer offenen Fehlerkultur
Neben der direkten Abwehr von Gefahren für Patienten birgt das Konzept auch für Klinikbetreiber relevante wirtschaftliche Effekte. Pflegedirektor Jan-Philipp Eiber betonte in diesem Zusammenhang, dass eine offene und transparente Fehlerkultur im klinischen Alltag dazu beitrage, teure Folgekosten nachhaltig zu senken.
Wird Fehlverhalten im Arbeitsumfeld nicht tabuisiert, sondern in geschützten Trainingsräumen analysiert, können strukturelle Mängel bei der Medikation, Hygiene oder Patientendokumentation behoben werden, bevor sie zu schwerwiegenden Zwischenfällen führen.
Die Methode gilt in der stationären Versorgung zunehmend als praxisnahes Instrument, um Auszubildende bereits zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn auf die vielschichtigen Anforderungen des Risikomanagements und der klinischen Compliance vorzubereiten.
