Kretschmer, KĂŒrzung

Kretschmer fĂŒr KĂŒrzung der Waffenhilfe an die Ukraine

09.08.2024 - 06:16:05

Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer fordert auch mit Blick auf den Bundeshaushalt eine KĂŒrzung der Waffenhilfe an die Ukraine.

"Wir können nicht lĂ€nger Mittel fĂŒr Waffen an die Ukraine in die Hand nehmen, damit diese Waffen aufgebraucht werden und nichts bringen. Es muss alles im VerhĂ€ltnis stehen", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "UnterstĂŒtzung ja, aber wir merken doch, dass wir an unsere Grenzen stoßen."

Kretschmer reagierte damit auf die Frage, ob er fĂŒr ein Ende der deutschen Waffenhilfe an die Ukraine sei, um Geld zu sparen. "Ich habe mich von Anfang an deutlich gegen Waffenlieferungen ausgesprochen und fĂŒr diplomatische Initiativen geworben", sagte er. "Seit zwei Jahren habe ich da eine sehr klare Meinung und ich muss leider sagen, diese hat sich in vielen Punkten bestĂ€tigt." Er bekrĂ€ftigte, dass der Ukraine-Krieg aus seiner Sicht nicht auf dem Schlachtfeld beendet werde, sondern am Verhandlungstisch.

Der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident hatte im vergangenen Jahr bereits einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine bei einem zeitweiligen ukrainischen Verzicht auf eigene Gebiete ins GesprĂ€ch gebracht - zur Empörung der Ukraine. Das Land wehrt seit Februar 2022 mit massiver westlicher Hilfe eine russische Invasion ab. Deutschland ist dabei nach den USA der zweitstĂ€rkste EinzelunterstĂŒtzer.

"Alles außer Rand und Band geraten"

Mit Blick auf die neu aufgeflammte Debatte ĂŒber den Bundeshaushalt 2025 verwies Kretschmer auf den Etat-Zuwachs in den vergangenen Jahren. "Vor der Corona-Krise im Jahr 2019 hatten wir ein Haushaltsvolumen von 344 Milliarden. Wir sind jetzt bei 480 Milliarden und trotzdem kann die Ampel sich nicht auf den Haushalt einigen", so der MinisterprĂ€sident. "Das zeigt doch, dass alles außer Rand und Band geraten ist. BĂŒrgergeld rund 50 Milliarden, Migration Dutzende Milliarden, Waffenhilfe zig Milliarden. So wird das nichts."

Im September werden in Sachsen, ThĂŒringen und Brandenburg neue Landtage gewĂ€hlt. Die AfD und das BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) stellen dabei neben Migration auch das Thema Frieden in den Mittelpunkt. Beide Parteien sind gegen Waffenlieferungen an die Ukraine und fĂŒr sofortige Verhandlungen der Ukraine mit Russland. Die CDU in den drei LĂ€ndern hat eine etwaige Zusammenarbeit mit dem BSW nicht ausgeschlossen. Parteichefin Wagenknecht macht Koalitionen auch von der Haltung der Partner zum Krieg in der Ukraine abhĂ€ngig.

@ dpa.de