Sachsen-Industrie, Betriebsräte

Sachsen-Industrie: 145 Betriebsräte fordern Handelsschutz von Bas

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 01:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Dresden beklagen 145 IGBCE-Betriebsräte den Verlust von 3600 Stellen und verlangen von Berlin mehr Schutz für Sachsens Industrie.

IGBCE warnt in Dresden vor weiterem Industrieabbau in Sachsen
Ein weites, stilles Industriegelände mit Fabrikschornsteinen und Stahlbauten in Sachsen bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

In Dresden haben am 1. September 145 Betriebsräte der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) ein deutliches Signal an die Bundespolitik gesendet. Im Rahmen einer Diskussion mit Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas äußerten die Arbeitnehmervertreter die Sorge vor einem dramatisch beschleunigten Verfall der industriellen Basis im Freistaat Sachsen.

Besonders der Verlust von Arbeitsplätzen in den vergangenen Jahren wird von den Gewerkschaftsvertretern als alarmierendes Zeichen für eine fortschreitende Deindustrialisierung gewertet.

Signifikanter Stellenabbau in der sächsischen Industrie

Die Lage am sächsischen Industriestandort hat sich nach Einschätzung der Arbeitnehmervertreter in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert. Wie Philipp Zirzow, Bezirksleiter der IGBCE, im Rahmen der Veranstaltung erläuterte, seien in den letzten drei Jahren rund 3600 Arbeitsplätze in den betreuten Branchen verloren gegangen. Dies entspreche einem Rückgang der Beschäftigtenzahl von knapp 10 %.

Dieser Trend wird von den Betriebsräten als Beleg für eine tiefgreifende Krise gewertet, die nicht nur einzelne Unternehmen, sondern den Kern der regionalen Wertschöpfung betrifft.

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Die Teilnehmer der Diskussion machten deutlich, dass ohne ein sofortiges Gegensteuern weitere Teile der industriellen Substanz wegzubrechen drohen. Der Fokus der Kritik lag dabei auf den Rahmenbedingungen, die den Erhalt der bestehenden Standorte zunehmend erschweren würden.

Kritik an der Bundespolitik und Forderung nach Handelsschutz

Die IGBCE-Landesbezirksleiterin Stephanie Albrecht-Suliak übte im Zuge der Debatte scharfe Kritik an der aktuellen Politik der Bundesregierung. Sie kündigte in diesem Zusammenhang den Start der Kampagne „Wirtschaftswunde“ an, die auf die prekäre Situation der Industrie aufmerksam machen soll. Die Gewerkschaft sieht die Gefahr, dass notwendige Transformationen aufgrund mangelnder industriepolitischer Unterstützung scheitern könnten.

Die versammelten Betriebsräte formulierten konkrete Erwartungen an die Entscheidungsträger in Berlin. Im Zentrum stehen dabei Forderungen nach einem effektiveren Handelsschutz, um die heimische Industrie vor unfairem Wettbewerb zu schützen. Zudem plädierten die Teilnehmer für eine deutlich aktivere Industriepolitik, die nicht nur auf langfristige Ziele ausgerichtet ist, sondern auch den Erhalt der aktuellen Beschäftigungsstrukturen sichert.

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Perspektiven der Politik und gewerkschaftlicher Austausch

Die Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas nahm die Sorgen der 145 anwesenden Betriebsräte entgegen. Während des Austauschs signalisierte die Ministerin Unterstützung für das Anliegen der Arbeitnehmervertreter und sprach sich ihrerseits für einen verbesserten Handelsschutz aus. Damit griff sie einen der Kernpunkte auf, die von der Gewerkschaft als Voraussetzung für die Stabilisierung der sächsischen Industrielandschaft benannt wurden.

Die Diskussion fand im Rahmen einer größeren Mitbestimmungskonferenz der IGBCE in Dresden statt, an der insgesamt 140 Personen teilnahmen. Das zentrale Thema der Konferenz war die aktuelle Industriekrise und die Rolle der betrieblichen Mitbestimmung bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen.

Die Veranstaltung verdeutlichte das Bestreben der Gewerkschaft, die Belange der sächsischen Industriestandorte stärker in den Fokus der Bundespolitik zu rücken und auf die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Standortsicherung hinzuweisen.

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