Sabotage in Deutschland: Verfahren steigen von vier auf 20 in einem Jahr
16.06.2026 - 13:07:46 | boerse-global.de
Der Generalbundesanwalt Jens Rommel warnt in Karlsruhe vor dieser neuen Strategie russischer Geheimdienste. Die sogenannten Hilfsagenten werden kostengünstig angeworben – ohne Ausbildung und ohne tiefere Bindung an Moskau.
Ihr Ziel: die deutsche Unterstützung für die Ukraine untergraben.
Ermittlungsverfahren steigen rasant
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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Für 2024 meldete die Bundesanwaltschaft 16 Verfahren gegen 24 Beschuldigte. Allein bis zum 1. März 2026 laufen bereits 20 Verfahren gegen 23 Beschuldigte. Zum Vergleich: 2025 waren es lediglich vier Verfahren.
Die Behörde spricht von „Wegwerf-Agenten“. Sie werden für gezielte Sabotageakte oder Angriffe auf Zielpersonen angeworben. Fünf Festnahmen gab es bereits in diesem Jahr – darunter eine prorussische Netzwerkerin im Januar sowie Personen mit ukrainischer, rumänischer oder kasachischer Staatsangehörigkeit.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Vorbereitung von Anschlägen mit Brandsätzen, Einsatz von GPS-Trackern. Seit Januar 2026 gilt eine Strafverschärfung – bis zu fünf Jahre Haft drohen.
Neues Abwehrzentrum in Berlin
Die Sicherheitsbehörden reagieren. Das Gemeinsame Abwehrzentrum Hybrid (GAZ Hybrid) hat in Berlin die Arbeit aufgenommen. Keine neue Behörde, sondern eine Koordinierungsplattform – organisatorisch beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) angesiedelt.
Beteiligt sind BND, MAD, BSI sowie Polizeibehörden von Bund und Ländern. Das Ziel: Früherkennung und Abwehr hybrider Bedrohungen. Also Angriffe, die militärische, wirtschaftliche und propagandistische Mittel kombinieren.
Konkrete Beispiele gibt es bereits: ein Paketbrandsatz in Leipzig im Juli 2024, Bauschaum-Attacken auf Fahrzeuge im Umfeld von Wahlen. Der Ukraine-Krieg wirkt laut Sicherheitsbehörden als Katalysator.
Spionage für mehrere Staaten
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Russland ist nicht der einzige Akteur. Die Bundesanwaltschaft ermittelt auch gegen drei Ukrainer, die im Auftrag russischer Stellen gehandelt haben sollen. Ein Ehepaar steht unter Spionageverdacht für China – im wissenschaftlichen Bereich.
Auch der Iran ist aktiv. Die Aktivitäten richteten sich laut Anklage gegen Personen und Einrichtungen mit Bezug zu Israel.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz betont: Militär und kritische Infrastruktur stehen besonders im Fokus. Die Nutzung von Proxy-Strukturen und ungeschulten Helfern erschwert die frühzeitige Identifizierung der Hintermänner in den ausländischen Geheimdienstzentralen.
