Saarbahn-Streik: GDL legt acht Stunden Schienenverkehr lahm
28.05.2026 - 02:16:16 | boerse-global.deBetroffen ist der gesamte Schienenverkehr im Saarland zwischen 3:00 und 11:00 Uhr. Pendler und Berufstätige müssen sich auf massive Einschränkungen am Morgen einstellen.
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Acht Stunden Stillstand auf der Schiene
Der Ausstand betrifft vor allem die Strecke zwischen Lebach und Saargemünd. Ein Schienenersatzverkehr wird während des achtstündigen Streiks nicht angeboten. Erst nach 11:00 Uhr soll der reguläre Betrieb wieder anlaufen – allerdings mit Verzögerungen, warnen die Verkehrsbetriebe. Die Buslinien der Region bleiben hingegen weitgehend in Betrieb.
Die GDL hat sowohl ihre Mitglieder als auch nicht organisierte Beschäftigte der Saarbahn GmbH zur Beteiligung aufgerufen. Die Gewerkschaft begründet die Eskalation mit der anhaltenden Weigerung der Arbeitgeberseite, einen tragfähigen Tarifabschluss vorzulegen.
Gescheiterte Verhandlungen – dritte Runde im Juni
Der Warnstreik ist die direkte Folge des gescheiterten zweiten Verhandlungstermins am 21. Mai. Die Kommunaler Arbeitgeberverband (KAV) Saar habe damals kein Gegenangebot vorgelegt, so die GDL.
Die Forderungen der Gewerkschaft im Überblick:
- 8 Prozent mehr Lohn, rückwirkend zum 1. Januar 2026
- 8 Prozent mehr bei verschiedenen Zulagen
- 100 Prozent Weihnachtsgeld sowie verbesserte betriebliche Altersvorsorge von 2,4 Prozent
- Zuschläge für geteilte Dienste und Einsätze auf verschiedenen Bahnsystemen (BOStrab)
Der KAV Saar hält die Forderungen für finanziell nicht darstellbar. Dennoch haben beide Seiten eine dritte Verhandlungsrunde für Ende Juni vereinbart. Ob bis dahin eine Einigung gelingt, ist völlig offen.
Streikwelle erfasst die Region
Der Ausstand bei der Saarbahn ist kein Einzelfall. Im Saarland und im benachbarten Rheinland-Pfalz kommt es derzeit zu mehreren Arbeitsniederlegungen. Erst am Dienstag hatte die Gewerkschaft ver.di an acht Standorten der Deutschen Telekom gewarnt – darunter Saarbrücken, Mainz und Koblenz. Rund 700 Beschäftigte beteiligten sich damals an den Aktionen, die parallel zur vierten bundesweiten Verhandlungsrunde für rund 60.000 Mitarbeiter stattfanden.
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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat zuletzt die Bedeutung von Tarifbindung und Mitbestimmung unterstrichen. DGB-Landeschefin Susanne Wingertszahn forderte die neue Landesregierung in Rheinland-Pfalz auf, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Tariftreue zu stärken. Die laufenden Betriebsratswahlen in verschiedenen Branchen enden übrigens Ende Mai – ein weiteres Zeichen für die angespannte arbeitspolitische Lage in der Region.
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