Rundfunk-Tarifabschluss, WDR

Rundfunk-Tarifabschluss: WDR 4,73%, SWR 1.600 Euro Einmalzahlung

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 12:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

WDR und SWR einigen sich mit Gewerkschaften auf mehrstufige Tariferhöhungen, während der NDR weiter streikt. Der Reformdruck auf die Sender wächst.

Tarifrunde Rundfunk: WDR und SWR erzielen Abschlüsse, NDR weiter im Streik
Modernes Fernseh- und Rundfunkstudio mit technischer Ausstattung und Mikrofonen in professioneller Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Tarifrunde im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bringt Teilerfolge: WDR und SWR einigen sich mit den Gewerkschaften, beim NDR bleibt die Lage angespannt. Parallel wächst der Reformdruck auf die Sender.

WDR und SWR setzen auf gestaffelte Erhöhungen

Nach intensiven Verhandlungen stehen die Abschlüsse beim WDR und SWR. Der WDR gewährt seinen Beschäftigten über 35 Monate eine Gesamterhöhung von bis zu 5,73 Prozent. Garantiert sind 4,73 Prozent in drei Stufen: rückwirkend zum 1. Februar 2026 um 1,23 Prozent, gefolgt von 2,0 Prozent im Februar 2027 und 1,5 Prozent im Februar 2028. Ein weiteres Prozent ist an Bedingungen geknüpft. Freie Mitarbeiter erhalten eine Einmalzahlung von 600 Euro.

Der SWR setzt zunächst auf Einmalzahlungen: Für 2026 sind bis zu 1.600 Euro vereinbart, Auszubildende bekommen 900 Euro. Die tabellenwirksamen Erhöhungen folgen 2027 mit 2,6 Prozent und 2028 mit weiteren 1,6 Prozent. Auch hier sind 1,53 Prozent an Bedingungen gebunden. Damit folgen beide Sender dem Bayerischen Rundfunk und dem Mitteldeutschen Rundfunk, die bereits früher Einigungen erzielt hatten.

NDR: Warnstreiks, aber keine Einigung

Beim NDR bleibt die Lage dagegen verhärtet. Die Gewerkschaften fordern 7 Prozent mehr Lohn oder mindestens 300 Euro monatlich – bislang ohne Erfolg. Zuletzt legten Warnstreiks den Betrieb lahm.

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Die Arbeitskämpfe sind Teil einer breiteren Tarifbewegung. Die GDL rief die Lokführer der Saarbahn am 8. August erneut zum Streik auf. Auch im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen und im Seehafensektor drohen Arbeitsniederlegungen. Die Hafenarbeiter fordern mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde bei zwölf Monaten Laufzeit.

Reformdruck und offene Finanzierungsfragen

Die wirtschaftliche Planung der Sender hängt maßgeblich am Bundesverfassungsgericht. Nach der Verhandlung am 23. Juni prüfen die Richter die Klagen von ARD und ZDF gegen die blockierte Beitragserhöhung. Aktuell liegt der Rundfunkbeitrag bei 18,36 Euro monatlich. Die KEF empfiehlt eine Anhebung auf 18,64 Euro zum 1. Januar 2027.

Der digitale Umbau schreitet unterdessen voran. Der WDR stellt das Frauenmagazin „Frau TV“ nach fast 30 Jahren im November 2026 ein. Die Marktanteile in Nordrhein-Westfalen lagen 2025 bei durchschnittlich 3,4 Prozent. Künftig setzt der Sender auf digitale Formate und Dokumentationen – etwa ein Social-Reality-Format im Herbst. Auch im Hörfunk gibt es Einschnitte: Zum Jahreswechsel verschwinden drei DAB+-Wellen, darunter „NDR Schlager“ und „MDR Schlagerwelt“. Sie weichen einem gemeinsamen Internetangebot in der App „ARD Sounds“.

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ORF: Kritik an Postenvergabe

Auch beim Österreichischen Rundfunk stehen Veränderungen an. Am 5. August informierte der Stiftungsrat über die Besetzung von 13 Direktorienposten in den Ländern und der Zentrale. Politiker kritisierten mangelnde Transparenz bei der Vergabe. Die Sendeleitung betont dagegen, jede Ernennung sei fachlich begründet und durch Anhörungen abgesichert.

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