Rückenschmerzen: G-BA aktualisiert Behandlungsprogramme ab Juni
19.06.2026 - 14:12:31 | boerse-global.de
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 18. Juni 2026 die Anforderungen für Behandlungsprogramme bei chronischem Rückenschmerz aktualisiert. Grundlage ist eine Auswertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit hunderten Empfehlungen aus medizinischen Leitlinien. Die Programme richten sich an Patienten, die seit mehr als zwölf Wochen unter Kreuzschmerzen leiden. Der Beschluss geht nun an das Bundesministerium für Gesundheit.
Hohe wirtschaftliche Kosten durch Fehlzeiten
Die Relevanz solcher Maßnahmen zeigt sich in den aktuellen Zahlen. Laut IHK Fulda liegen die Fehlzeiten in Deutschland im Schnitt bei etwa 20 Tagen pro Jahr. Besonders psychische Erkrankungen schlagen zu Buche: Die DAK meldet für 2024 eine durchschnittliche Ausfalldauer von 39 Tagen pro Fall.
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Noch teurer wird es durch innere Kündigungen. Eine Gallup-Untersuchung für 2025 beziffert die Kosten durch mangelnde Mitarbeiterbindung auf 119 bis 142 Milliarden Euro. Weltweit gehen laut WHO jährlich rund 12 Milliarden Arbeitstage durch Depressionen und Angstzustände verloren.
Rückenschmerzen bleiben der Spitzenreiter
Die KKH nennt Rückenschmerzen für 2024 als häufigsten Krankschreibungsgrund in Deutschland – mit 142 Fehltagen je 100 Versicherte. Das ist ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber 2019. Eine Ergotopia-Studie zeigt zudem: Rund 63 Prozent der Berufstätigen haben entsprechende Beschwerden.
Unternehmen reagieren mit konkreten Präventionsangeboten. Das Softwareunternehmen secova aus Rheine setzt auf wöchentliche Yoga- und Stretching-Einheiten sowie Powerkurse. Solche Maßnahmen sind nach § 20 SGB V unter bestimmten Voraussetzungen förderfähig.
Auch diagnostische Verfahren kommen zum Einsatz. Bei einem Automobilzulieferer im Raum Ludwigsburg führte die AOK einen Gesundheitstag mit Cardioscan durch. Das Verfahren misst die Herzratenvariabilität (HRV) und gibt Rückschlüsse auf Stresslevel und Regenerationsfähigkeit.
Firmenläufe als Teambuilding
Neben internen Kursen nutzen Betriebe vermehrt öffentliche Sportevents. Am 18. Juni 2026 fand in Würzburg der 3. WVV-Energie-Firmenlauf statt. Trotz sommerlicher Hitze beteiligten sich zwischen 3.500 und mehr als 4.100 Läufer auf der rund 8,5 Kilometer langen Strecke.
Beim LKZ-Firmenlauf stellte die RKH Gesundheit mit rund 160 Teilnehmern die größte Mannschaft. Bereits am 13. Juni 2026 gab es in Würzburg eine Trinkwasserwanderung mit rund 300 Teilnehmern, die wasserwirtschaftliche Anlagen besichtigten.
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Neue Studiengänge für Fachkräfte
Das Departement Gesundheit der ZHAW in Winterthur, eines der größten Zentren für Gesundheitsberufe im deutschsprachigen Raum, hat im Juni 2026 neue Lehrgänge angekündigt. Ein neuer Master-Studiengang (MAS) widmet sich künftig speziell der Handtherapie und Ergotherapie. Ein internationales Audit bescheinigte dem europäischen Master-Studiengang für Ergotherapie zudem hohe Qualität.
Die akademische Ausbildung soll den steigenden Bedarf an Fachkräften decken, die Unternehmen bei professionellen Gesundheitsmanagementsystemen unterstützen.
