US-Arbeitsmarkt entwickelt sich deutlich stärker als erwartet
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 15:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Beschäftigung stieg deutlich, die Arbeitslosenquote ging zurück und die Stundenlöhne stiegen so stark wie seit Jahresbeginn nicht mehr. Im September hatte der Arbeitsmarktbericht noch enttäuscht.
Die Beschäftigtenzahl legte außerhalb der Landwirtschaft um 165.000 zu, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 70.000 zusätzlichen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 84.000 Stellen nach oben revidiert.
Die Arbeitslosenquote fiel auf 4,1 Prozent von zuvor 4,2 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt einen unveränderten Wert erwartet. Besser als erwartet entwickelten sich auch die Löhne. Im Vergleich zum Vormonat legten sie um 0,4 Prozent zu und damit so stark wie seit Beginn des Jahres nicht mehr.
"Die Stärke des Oktober-Berichts zeigt sich auch darin, dass die Zuwächse quer über fast alle Branchen gehen", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. Nach den Aufwärtsrevisionen der letzten Monate sei wieder ein leichter Aufwärtstrend sichtbar.
An den Finanzmärkten wird nach den robusten Arbeitsmarktdaten überwiegend mit einer Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im Dezember gerechnet. "Die Zinserwartungen sind wegen der aufkommenden Verunsicherung vor allem bei Tech-Aktien zuletzt deutlich gedämpft worden", kommentierte Helaba-Experte Ralf Umlauf. "Dies könnte sich nun wieder umkehren." In der vergangenen Woche hatte die Fed den Leitzins nicht verändert.
Die Finanzmärkte reagierten nur kurzzeitig auf den Bericht. "So gut der Arbeitsmarktbericht ausfällt, an den Finanzmärkten dürfte er heute lediglich am Rande zur Kenntnis genommen werden", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit die Demokraten nach den US-Zwischenwahlen ihre neugewonnene Stärke nutzen, um den Bau von Datenzentren stärker zu regulieren." Der Bau von Rechenzentren sei auch für die Notenbank von großer Relevanz. "Die Investitionen in Rechenzentren sind ein wesentlicher Treiber des US-Wirtschaftswachstums und damit auch eine relevante Größe für die Inflation und die Geldpolitik."
