Roadmap2Security, Oberösterreich

Roadmap2Security: Oberösterreich rüstet sich für 800-Mrd-Markt

29.05.2026 - 00:30:29 | boerse-global.de

Oberösterreich startet Qualifizierungsinitiative für den wachsenden EU-Sicherheitsmarkt. Unternehmen lernen rechtliche und operative Grundlagen.

Kraken Robotics Aktie: Erfolgreicher Praxistest - Foto: über boerse-global.de
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Die Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ) und Business Upper Austria haben ein neues Qualifizierungsprogramm vorgestellt, das heimische Unternehmen für den boomenden Sicherheits- und Verteidigungsmarkt fit machen soll. Das Programm trägt den Namen Roadmap2Security.

EU investiert massiv in Sicherheit

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Hintergrund der Initiative sind die ambitionierten Pläne der Europäischen Union. Bis 2030 will die EU bis zu 800 Milliarden Euro in Sicherheit und Verteidigung investieren. Ein riesiger Markt, der sich nun auch für oberösterreichische Firmen öffnen soll.

Beim Kickoff-Termin betonten WKOÖ-Direktor Gerald Silberhumer und Werner Pamminger von Business Upper Austria die Chancen für die regionale Wirtschaft. Laut einer Analyse von Markus Gerschberger vom Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) gibt es in Oberösterreich bereits rund 100 Hersteller und etwa 1.500 potenzielle Zulieferer für die Branche.

Lange Planungszyklen und besondere Hürden

Doch der Verteidigungssektor hat seine eigenen Spielregeln. Bernhard Müller von PwC wies darauf hin, dass Entwicklungs- und Beschaffungszyklen in der Rüstungsindustrie typischerweise fünf bis zehn Jahre dauern. Wer hier mitmischen will, braucht also eine langfristige Strategie.

Hinzu kommen rechtliche Hürden. Österreichische Unternehmen müssen besonders die strengen Exportkontrollen beachten – ein entscheidender Faktor für die Markteintrittsstrategie.

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Sechs Module ab Juli in Linz

Das Roadmap2Security-Programm setzt genau hier an. Ab dem 3. Juli 2026 bietet es in Linz sechs spezialisierte Schulungsmodule an. Sie sollen Unternehmen die rechtlichen und operativen Grundlagen vermitteln, die sie als Zulieferer brauchen.

Die Inhalte kommen von erfahrenen Experten. Karin Roithner von der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) informierte über Exportfinanzierung, Thomas Sturm-Leithner von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) über Forschungs- und Entwicklungsprogramme.

Die Kosten sind gestaffelt: Für oberösterreichische Firmen kostet ein Modul 175 Euro, für Unternehmen aus anderen Bundesländern 350 Euro. Komplettpakete gibt es für 800 beziehungsweise 1.600 Euro.

Strengere Regularien in ganz Europa

Das Timing könnte kaum besser sein. Denn während die EU ihre Sicherheitsausgaben hochfährt, verschärfen die Staaten Mittel- und Osteuropas gleichzeitig ihre Regulierungen.

Im Fokus steht die CER-Richtlinie (Critical Entities Resilience), die derzeit die Compliance-Abteilungen der Region beschäftigt. Die Slowakei hat bereits mit dem Gesetz 367/2024 strenge Vorgaben für Risikoanalysen und Personalüberprüfungen erlassen. Tschechien setzt mit dem Gesetz 266/2025 auf den Schutz kritischer Dienste – die Registrierungsfrist endete am 1. März 2026. Polen wiederum überarbeitet sein Nationales Cybersicherheitssystemgesetz, um Lieferketten- und Drittanbieterprüfungen besser zu integrieren.

Seit Dezember 2025 gilt zudem die NIS-2-Richtlinie, die besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor neue Herausforderungen stellt. Die G DATA academy hat bereits spezielle E-Learning-Kurse gestartet, um Firmen bei Registrierung, Risikomanagement und Meldepflichten zu unterstützen.

Genau hier setzt Roadmap2Security an: Das Programm soll Zulieferern helfen, die hohen technischen und organisatorischen Standards zu erfüllen, die der internationale Sicherheitsmarkt heute verlangt.

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