Rheinland-Pfalz: Keine der sieben Pendler-Radrouten ist fertiggestellt
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Rheinland-Pfalz zeigt sich beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur für Berufspendler ein erheblicher Verzug. Von den insgesamt sieben Pendler-Radrouten, deren Planung bereits im Jahr 2014 initiiert wurde, ist laut Berichten vom 27. September 2026 bisher keine einzige vollständig fertiggestellt worden. Das gesamte geplante Netz umfasst eine Länge von 374 km und sollte ursprünglich eine attraktive Alternative für den täglichen Arbeitsweg schaffen.
Qualitätsstandards und bauliche Realität
Die Zielvorgaben der rheinland-pfälzischen Landesregierung und des zuständigen Ministeriums sehen für diese Routen hohe bauliche Standards vor. Vorgesehen sind durchgängige und vom motorisierten Individualverkehr getrennte Radwege, die eine Mindestbreite von 3 m aufweisen sollen. Diese Dimensionierung gilt als Voraussetzung, um sicheres Überholen und einen flüssigen Verkehr auch bei hohem Aufkommen zu ermöglichen.
Interessenvertretungen weisen jedoch darauf hin, dass die Umsetzung in der Praxis hinter diesen Ansprüchen zurückbleibt. Nach Angaben des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) erreichen bereits eröffnete Teilabschnitte der Routen teilweise nur eine Breite von 2,20 m. Dies erschwert laut dem Verband die Nutzung der Wege für den zügigen Pendlerverkehr.
Zersplitterte Zuständigkeiten bremsen den Fortschritt
Ein wesentlicher Faktor für die schleppende Realisierung liegt in der Organisationsstruktur des Projekts. Die Verantwortung für die einzelnen Streckenabschnitte liegt bei den jeweiligen Kommunen, was zu einer fragmentierten Umsetzung führt. Zudem fehlt im Landeshaushalt ein eigener, jährlich festgeschriebener Etat für den Bau der Pendler-Radrouten.
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Der VCD sowie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) kritisieren diese zersplitterte Zuständigkeit ausdrücklich. Die Verbände fordern eine zentralere Planung durch das Land, um die Koordination zwischen den beteiligten Gebietskörperschaften zu verbessern und den Netzausbau effizienter zu gestalten.
Status der laufenden Ausbauprojekte und Ausblick
Trotz der allgemeinen Verzögerungen werden einzelne Projekte derzeit vorangetrieben. Die Route zwischen Konz, Trier und Schweich wird bereits seit 2023 schrittweise ausgebaut. Für die Verbindung zwischen Mainz und Bingen ist geplant, dass der zweite Abschnitt ab dem Jahr 2027 sukzessive folgt.
Viele eröffnete Abschnitte der Pendler-Radrouten sind laut VCD nur 2,20 m breit statt der vorgesehenen 3 m — auf schmalen Wegen wird Überholen und zügiges Fahren schnell riskant. Wenn Sie Ihren Arbeitsweg sicher planen wollen, statt auf den lückenlosen Ausbau zu warten, hilft Ihnen unsere Checkliste: Sie prüft Breite, Trennung vom Autoverkehr und Beleuchtung Ihrer Strecke und vergleicht Alternativen für den Arbeitsweg. Sicherheits-Checkliste für Ihren Arbeitsweg sichern
Hinsichtlich der langfristigen Fertigstellung herrscht jedoch Skepsis. Das zuständige Ministerium erklärte, dass das Ziel, alle sieben Hauptrouten bis zum Jahr 2030 vollständig fertigzustellen, zeitlich nicht belastbar einzuschätzen sei. Damit bleibt ungewiss, wann Pendler in Rheinland-Pfalz landesweit auf das lückenlose Netz zugreifen können, um den Arbeitsweg gesundheitsfördernd und klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen.
Mehr zum Thema bei n-tv: „Rheinland-Pfalz & Saarland: Ausbau der Pendler-Radrouten geht nur langsam voran - n“
