Rettungskörbe, DGUV

Rettungskörbe: DGUV schärft Absturzschutz-Regeln nach

24.06.2026 - 07:41:02 | boerse-global.de

Die DGUV präzisiert die Pflicht zur Absturzsicherung in Rettungskörben und nennt konkrete Einsatzszenarien für Auffangsysteme.

DGUV: Neue Sicherheitsregeln für Rettungskörbe veröffentlicht
Rettungskörbe - Feuerwehrmann in Schutzausrüstung, gesichert in einem Rettungskorb einer Hubrettungsbühne, mit Fokus auf Absturzsicherung. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Papier vom Juni 2026 präzisiert, wann Einsatzkräfte zusätzliche Schutzausrüstung gegen Absturz tragen müssen.

Die Richtlinie reagiert auf anhaltende Risiken bei Arbeiten in der Höhe. Eine geschlossene Umwehrung des Korbs gilt bei geringem Absturzrisiko zwar als ausreichend. Dennoch empfiehlt die DGUV, konsequent auf Auffangsysteme zu setzen.

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Wann Auffangsysteme Pflicht sind

Die neuen Regeln unterscheiden klar zwischen Routinebetrieb und Gefahrensituationen. Ein stabiles Geländer schützt im Alltag. Zwingend vorgeschrieben ist persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) dagegen in mehreren konkreten Fällen:

  • Die Umwehrung muss geöffnet werden
  • Einsatzkräfte verlassen den Korb
  • Arbeiten mit schweren Werkzeugen
  • Nutzung der Krankentragenhalterung
  • Übersteigen auf Dächer oder andere Strukturen
  • Ungesicherte Einsatzstellen

Besondere Gefahr droht, wenn der Rettungskorb an Hindernissen hängen bleibt. Das kann unkontrollierte Bewegungen des Hubrettungsfahrzeugs auslösen.

Technische Lösungen für die Höhenarbeit

Parallel zu den neuen Vorgaben für Rettungskräfte rücken auch gewerbliche Sicherheitslösungen in den Fokus. Das KRAUSE-Werk präsentierte kürzlich ein erweitertes Sortiment für Nutzfahrzeuge. Es umfasst stationäre und fahrbare Arbeitsplattformen sowie Wartungsbühnen.

Die Konstruktionen basieren auf Gefährdungsbeurteilungen nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Ergänzt werden physische Barrieren zunehmend durch digitale Überwachung.

Almas Industries betonte am 23. Juni 2026 die Bedeutung von Personen-Notsignal-Anlagen (PNA). Diese Systeme lösen bei Bewegungslosigkeit automatisch Alarm aus und übermitteln Standortdaten. Sie ergänzen die Gefährdungsbeurteilung bei Alleinarbeit – definiert in der DGUV-Regel 112-139.

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Zwei schwere Unfälle am selben Tag

Wie dringlich konsequenter Absturzschutz ist, zeigen Unfälle vom 22. Juni 2026. In Sölden (Tirol) stürzte ein 26-jähriger Arbeiter aus sieben Metern Höhe von einem Gerüst. Er erlitt schwere Verletzungen.

Am selben Tag fiel in Donauwörth ein 51-Jähriger von einem Palettengerüst. Die Höhe betrug nur zwei Meter. Doch der Mann zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu – seine Sicherheitsgurte waren nicht mit einem Sicherungsseil verbunden.

Die Vorfälle unterstreichen: Schutzmaßnahmen müssen über den Rettungsdienst hinausgehen. Die Brandschutz- und Sicherheitsbranche diskutiert solche Entwicklungen aktuell auf der Fachmesse FeuerTrutz. Sie findet am 24. und 25. Juni 2026 in Nürnberg statt.

Neue Technologien im Einsatz

Auch angrenzende Fachbereiche aktualisieren ihre Richtlinien. Die VDI 2700 Blatt 2.1 ermöglicht seit Kurzem realitätsnähere Berechnungen bei der Ladungssicherung – etwa durch Direktzurren mit mehreren Zurrmitteln.

Immer mehr Feuerwehren integrieren zudem neue Technologien. Die Freiwillige Feuerwehr Hohnstädt setzt seit Juni 2026 verstärkt auf Drohnen zur Brandbekämpfung. Sie erkunden Einsatzstellen aus der Luft, bevor Hubrettungsfahrzeuge anrücken. So lassen sich Gefahren frühzeitig identifizieren.

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