Rettungsdienst, Sanitäter

Rettungsdienst: 70 Sanitäter trainieren Selbstverteidigung auf Oktoberfest

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 11:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rund 70 Einsatzkräfte bereiten sich auf mögliche Angriffe beim Oktoberfest vor, während 13 DRK-Auszubildende Deeskalation und Eigenschutz üben.

Oktoberfest: Sanitäter trainieren erstmals Selbstverteidigung
Leeres Festgelände mit Holzbauten in den frühen Morgenstunden bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

In Vorbereitung auf das bevorstehende Oktoberfest in München absolvieren rund 70 Sanitäter der Aicher Ambulanz erstmals ein spezielles Selbstverteidigungstraining direkt auf dem Festgelände. Das Programm zielt darauf ab, das medizinische Personal gegen gewaltbereite Besucher zu wappnen und die Sicherheit während der Großveranstaltung zu erhöhen.

Prävention und Schutzmaßnahmen auf der Theresienwiese

Das Training der Aicher Ambulanz umfasst verschiedene Module, die auf die besonderen Bedingungen eines Großevents wie dem Oktoberfest zugeschnitten sind. Die Einsatzkräfte üben dabei nicht nur physische Abwehrtechniken, sondern setzen sich auch intensiv mit Deeskalationsstrategien auseinander.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf realitätsnahen Szenarien, in denen die Sanitäter lernen, sich gegen Angriffe mit improvisierten Waffen wie Stöcken oder Maßkrügen zu verteidigen.

Neben der körperlichen Schulung bilden die rechtlichen Grundlagen der Notwehr einen wesentlichen Bestandteil der Ausbildung. Die Teilnehmer sollen so ein sicheres Gespür dafür entwickeln, in welchen Situationen aktives Eingreifen rechtlich zulässig und zum Eigenschutz notwendig ist. Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen verdeutlichen die Einsatzzahlen der vergangenen Jahre.

Während des Oktoberfestes 2025 leisteten die Sanitäter der Aicher Ambulanz medizinische Hilfe für insgesamt 7.158 Patienten. Im gleichen Zeitraum registrierten die Polizeibehörden auf dem Festgelände 784 Straftaten sowie 72 Sexualdelikte. Diese Zahlen unterstreichen das Spannungsfeld, in dem sich das Rettungspersonal während der Festwochen bewegt.

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Stärkung der Selbstbehauptung für Auszubildende in der Westpfalz

Nicht nur bei Großereignissen, sondern auch im regulären Rettungsdienst wird der Schutz der Mitarbeiter zunehmend institutionalisiert. Am 2. September 2026 organisierten Verantwortliche des DRK Rockenhausen einen Selbstverteidigungskurs für 13 neue Auszubildende im Bereich der Notfallsanität.

Die Teilnehmer gehören zum Rettungsdienst Westpfalz, der mit 15 Rettungswachen eine flächendeckende Versorgung in den Landkreisen Kaiserslautern, Kusel und dem Donnersbergkreis sicherstellt.

Die Leitung des Kurses oblag Gerhard Jung vom Verein Jiu-Jitsu-Karate Rockenhausen e.V. Im Fokus standen dabei vor allem das selbstsichere Auftreten der angehenden Sanitäter sowie die Vermittlung einfacher Techniken, die auch unter Stress abrufbar sind. Durch die Analyse praxisnaher Fallbeispiele wurden die Auszubildenden geschult, Konfliktpotenziale im Einsatz frühzeitig zu identifizieren und durch gezielte Deeskalation zu entschärfen.

Wachsender Bedarf an Handlungssicherheit

Sowohl die Übungen auf dem Oktoberfest-Gelände als auch die Schulungen für den Nachwuchs im Rettungsdienst verdeutlichen eine Entwicklung innerhalb der Branche. Die Träger von Rettungsdiensten reagieren mit diesen Maßnahmen auf die Anforderungen an das Personal, das im Dienstalltag mit potenziellen Aggressionen konfrontiert werden kann.

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Ziel dieser Initiativen ist es, die Handlungssicherheit der Einsatzkräfte nachhaltig zu stärken. Durch die Kombination aus physischer Vorbereitung und rechtlicher Aufklärung soll sichergestellt werden, dass sich die Sanitäter auch in angespannten Situationen auf ihre medizinischen Kernaufgaben konzentrieren können, ohne ihre eigene Unversehrtheit zu gefährden.

Die Integration solcher Trainings in die Vorbereitung auf Großveranstaltungen sowie in die Grundausbildung markiert einen proaktiven Ansatz im Bereich des Arbeitsschutzes für Rettungskräfte.

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